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Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky
Entstehung
Seite
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Siebentes Kapitel.

Die Fabel von dem fliegenden Holländer ist euch gewiß bekannt. Es istdie Geschichte von dem verwünschten Schiffe, das nie in den Hafen gelangenkann und jetzt schon seit undenklicher Zeit auf dem Meere herumfährt. Be-gegnet es einem anderen Fahrzeuge, so kommen einige von der unheimlichenMannschaft in einem Boote herangefahren und bitten, ein Paket Briefe ge-fälligst mitzunehmen. Diese Briefe muß man an den Mastbaum festnageln,sonst widerfährt dem Schiffe ein Unglück, besonders wenn keine Bibel an Bordoder kein Hufeisen am Fockmaste befindlich ist. Die Briefe sind immer anMenschen adressiert, die man gar nicht kennt, oder die längst verstorben, so daßzuweilen der späte Enkel einen Liebesbrief in Empfang nimmt, der an seineUrgroßmutter gerichtet ist, die schon seit hundert Jahr im Grabe liegt. Jeneshölzerne Gespenst, jenes grauenhafte Schiff führt seinen Namen von seinemKapitän, einem Holländer, der einst bei allen Teufeln geschworen, daß er irgendein Vorgebirge, dessen Namen mir entfallen, trotz des heftigen Sturms, der ebenwehte, umschiffen wolle, und sollte er auch bis zum Jüngsten Tage segeln müssen.Der Teufel hat ihn beim Wort gefaßt, er muß bis zum Jüngsten Tage auf demMeere herumirren, es sei denn, daß er durch die Treue eines Weibes erlöst werde.Der Teufel, dumm wie er ist, glaubt nicht an Weibertreue und erlaubte daherdem verwünschten Kapitän alle sieben Jahr einmal ans Land zu steigen undzu heiraten und bei dieser Gelegenheit seine Erlösung zu betreiben. ArmerHolländer! Er ist oft froh genug, von der Ehe selbst wieder erlöst und seineErlöserin los zu werden, und er begibt sich dann wieder an Bord.

Auf diese Fabel gründete sich das Stück, das ich im Theater zu Amster-dam gesehen. Es sind wieder sieben Jahr verflossen, der arme Holländer istdes endlosen Umherirrens müder als jemals, steigt ans Land, schließt Freund-schaft mit einem schottischen Kaufmann, dem er begegnet, verkauft ihm Dia-manten zu spottwohlfeilem Preise, und wie er hört, daß sein Kunde eine schöneTochter besitzt, verlangt er sie zur Gemahlin. Auch dieser Handel wird ab-geschlossen. Nun sehen wir das Haus des Schotten, das Mädchen erwartet denBräutigam zagen Herzens. Sie schaut oft mit Wehmut nach einem großenverwitterten Gemälde, welches in der Stube hängt und einen schönen Mann inspanisch-niederländischer Tracht darstellt; es ist ein altes Erbstück, und nach

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