wisse Ähnlichkeit mit der Küche des Landes. Sind die britischen Schönennicht ebenso gesund, nahrhaft, solide, konsistent, kunstlos und doch so vortrefflichwie Altenglands einfach gute Kost: Rostbeaf, Hammelbraten, Pudding in flam-mendem Kognak, Gemüse in Wasser gekocht nebst zwei Saucen, wovon die eineaus gelassener Butter besteht? Da lächelt kein Frikassee, da täuscht kein flattern-des Vol-au-vent, da seufzt kein geistreiches Ragout, da tändeln nicht jene tausend-artig gestopften, gesottenen, auf gehüpften, gerösteten, durchzückerten, pikanten,deklamatorischen und sentimentalen Gerichte, die wir bei einem französischenRestaurant finden, und die mit den schönen Französinnen selbst die größteÄhnlichkeit bieten! Merken wir doch nicht selten, daß bei diesen ebenfalls dereigentliche Stoff nur als Nebensache betrachtet wird, daß der Braten selber manch-mal weniger wert ist als die Sauce, daß hier Geschmack, Grazie und Eleganzdie Hauptsache sind. Italiens gelb fette, leidenschaftgewürzte, humoristisch gar-nierte, aber doch schmachtend idealische Küche trägt ganz den Charakter deritalienischen Schönen. 0, wie sehne ich mich manchmal nach den lombardischenStuffados, nach den Tagliarinis und Broccolis des holdseligen Toscana! Allesschwimmt in öl, träge und zärtlich, und trillert Rossinis süße Melodien undweint vor Zwiebelduft und Sehnsucht! Den Maccaroni mußt du aber mit denFingern essen, und dann heißt er: Beatrice!
Nur gar zu oft denke ich an Italien und am öftersten des Nachts. Vor-gestern träumte mir: ich befände mich in Italien und sei ein bunter Harlekinund läge recht faulenzerisch unter einer Trauerweide. Die herabhängendenZweige dieser Trauerweide waren aber lauter Makkaroni, die mir lang undlieblich bis ins Maul hinein fielen; zwischen diesem Laubwerk von Makkaroniflössen statt Sonnenstrahlen lauter gelbe Butterströme, und endlich fiel vonoben herab ein weißer Regen von geriebenem Parmesankäse.
Ach! von geträumtem Makkaroni wird man nicht satt — Beatrice!
Von der deutschen Küche kein Wort. Sie hat alle möglichen Tugendenund nur einen einzigen Fehler; ich sage aber nicht welchen. Da gibt’s gefühl-volles, jedoch unentschlossenes Backwerk, verliebte Eierspeisen, tüchtige Dampf-nudeln, Gemütssuppe mit Gerste, Pfannkuchen mit Äpfel und Speck, tugend-hafte Hausklöße, Sauerkohl — wohl dem, der es verdauen kamt.
Was die holländische Küche betrifft, so unterscheidet sie sich von letzterer
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