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Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky
Entstehung
Seite
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Eben deshalb hat das Mädchen von Kind auf sich die Züge des gefährlichenMannes ins Herz geprägt. Wenn nun der wirkliche fliegende Holländer leib-haftig hereintritt, erschrickt das Mädchen; aber nicht aus Furcht. Auch jenerist betroffen bei dem Anblick des Porträts. Als man ihm bedeutet, wen es vor-stelle, weiß er jedoch jeden Argwohn von sich fern zu halten; er lacht über den Aber-glauben, er spöttelt selber über den fliegenden Holländer, den ewigen Juden desOzeans; 'jedoch unwillkürlich in einen wehmütigen Ton übergehend, schildert er,wie Mynheer auf der unermeßlichen Wasserwüste die unerhörtesten Leiden er-dulden müsse, wie sein Leib nichts anders sei als ein Sarg von Fleisch, worinseine Seele sich langweilt, wie das Leben ihn von sich stößt und auch der Todihn abweist: gleich einer leeren Tonne, die sich die Wellen einander zuwerfenund sich spottend einander zurückwerfen, so werde der arme Holländer zwischen -Tod und Leben hin und her geschleudert, keins von beiden wolle ihn behalten;sein Schmerz sei tief wie das Meer, worauf er herumschwimmt, sein Schiff seiohne Anker und sein Herz ohne Hoffnung.

Ich glaube, dieses waren ungefähr die Worte, womit der Bräutigam schließt.Die Braut betrachtet ihn ernsthaft und wirft manchmal Seitenblicke nach seinemKonterfei. Es ist, als ob sie sein Geheimnis erraten habe, und wenn er nachherfragt: Katharina, willst du mir treu sein? antwortet sie entschlossen: treu bisin den Tod.

Bei dieser Stelle, erinnere ich mich, hörte ich lachen, und dieses Lachenkam nicht von unten, aus der Hölle, sondern von oben, vom Paradiese. Als ichhinauf schaute, erblickte ich eine wunderschöne Eva, die mich mit ihren großenblauen Augen verführerisch ansah. Ihr Arm hing über der Galerie herab, undin der Hand hielt sie einen Apfel oder vielmehr eine Apfelsine. Statt mir abersymbolisch die Hälfte anzubieten, warf sie mir bloß metaphorisch die Schalenauf den Kopf. War es Absicht oder Zufall? Das wollte ich wissen. Ich waraber, als ich ins Paradies hinaufstieg, um die Bekanntschaft fortzusetzen, nichtwenig befremdet, ein weißes sanftes Mädchen zu finden, eine überaus weiblichweiche Gestalt, nicht schmächtig, aber doch kristallig zart, ein Bild häuslicherZucht und beglückender Holdseligkeit. Nur um die linke Oberlippe zog sichetwas, oder vielmehr ringelte sich etwas wie das Schwänzchen einer fortschlüpf en-den Eidechse. Es war ein geheimnisvoller Zug, wie man ihn just nicht bei den

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