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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
Entstehung
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schrieb die Veränderung in naturlicher Weise dem beweglichen Ele-mente, dem Wasser, zu. Celsius machte vor mehr als hundertJahren die Naturforscher auf dieses Phänomen aufmerksam. DerEngländer Plaifair war der erste, der im Jahre 1802, gestütztauf die Hutton'sche Theorie der Erdbildung, die Behauptung wagte,nicht das Meer sinke, sondern die schwedische Küste werde gehoben.Diese Behauptung erlangte erst im Jahre 1807 durch Leopoldv. Buch, der seine Bestätigung auf die sorgfältigsten Untersuchun-gen an Ort und Stelle stützte, ihre volle Autorität. Seit jenerZeit sind von Lyell, Berzelius, Nilson und Andern die frü-bern Angaben und alle bezüglichen Thatsachcn der genauesten Prü-fung unterworfen worden, und es hat sich ergeben, daß die schwe-dische Felsen-Küste am bottnischen Meerbusen fortwährend lang-sam gehoben wird, im Süden weniger, nach Norden zu stärker,so daß die größte Hebung in hundert Jahren gegen 3 Fuß beträgt.Daß nicht der Wasserspiegel sich senkt, zeigt die Unvcränderlichkcitdes Wasserstandes an den preußischen Küsten und an mehreren In-seln; auch geht dies schon aus der Ungleichheit des Hcrvortrctcnsder Felsen aus dem Wasser an der schwedischen Küste hervor.Dagegen haben die neuesten Untersuchungen von Nilson eben sosicher nachgewiesen, daß die Küste von Schonen am Sinken ist.Auch aus Dänemark sind Thatsachen bekannt geworden, welchenachweisen, daß sich dort manche Küstenstriche gehoben, andere ge-senkt haben, seitdem sie von Menschen bewohnt waren. Daszweite Beispiel einer anhaltenden Niveau-Veränderung mag unsdie Nord - und Ostküstc des adriatischen Meeres abgeben. DieseKüstenstriche liegen in dem Bereiche einer oft wiederholten, mächti-gen vulcanischcn Thätigkeit. Mehrere Inseln sind hier neu ausdem Meere emporgestiegen. Dagegen zeigt die vcnetianische Schlamm-küstc, so wie die illyrische und dalmarischc Felsenküste die unzwei-deutigsten Svuren eines anhaltenden, langsamen Sinkens. Dergepflasterte Fußboden mehrerer großen öffentlichen Gebäude ausalter Zeit liegt in diesen Gegenden jetzt mehrere Fuß unter demMeeresspiegel. Das dritte Beispiel mögen uns die als Zeugenmächtiger vulcam'schcr Einwirkungen berühmt gewordenen Ruinendes Serapis Tempels zu Pozzuoli bei Neapel liefern. Es stehendort noch drei Marmorsäulen aufrecht, die in einer Höhe von 13^über dem heutigen Meeresspiegel in einer drei Fuß breiten Zonevon Pholaden durchbohrt worden sind. Der treffliche Hoffmannhat aus den Verhältnissen der Oertlichkcit und der Ruinen aufdas Genügendste nachgewiesen, daß diese Durchbohrungen zu einerZeit geschehen sein müssen, als die Säulen gegen 13^ tief im Meerestanden. Die genauesten Untersuchungen der Ruinen selbst undihrer Geschichte von dem Canonicus -lnilre» äl .loiin begründendie Annahme, daß das Meer nur langsam in den Tempel eindrang,nachdem derselbe schon zur Ruine geworden war, wahrscheinlich zuden Zeiten, als die Sarazenen jene Küstenländer verwüsteten, unddaß das Wasser eben so allmählich gegen Anfang des löten Jahr-