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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
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L. Die Constitution des ErdKörpers.

Die Erde hat eine Kugelgestalt. Dieser Satz bedarf in unfernTagen des weitläufigeren Beweises nicht mehr. Es war selbst dieKugelgestalt der Erde auch den Griechen und Römern auf der Höheihrer Cultur, sogar schon viel früher, hinlänglich bekannt- Die ab-weichenden oft sonderbaren Borstellungen, welche in griechischen undrömischen Schriftstellern vorkommen, gehören nur den Laien derNaturwissenschaften an.

Die ersten Größenbestimmungen der Erde, welche uns bekanntgeworden sind, rühren von Eratosthenes (25V I. v. Chr.) undPosidonius (5V I. v, Chr.) her. Jener leitete sie von der Größedes Bogens zwischen Syenc und Alexandrien, und dieser von demBogen zwischen Alexandrien und Rhodus ab. Sowohl diese, alsauch die im Mittelalter von den Arabern ausgeführten Erdmessungen,haben nur noch für die Geschichte der Wissenschaft Interesse. IhreResultate waren zu ungenau, um jetzt noch in Betracht gezogenwerden zu können. Eben so ungenügend sind die Gradmcssungcn,welche vor dem Jahre 173V in den Niederlanden, in Frankreich undanderwärts ausgeführt wurden. Die neuesten und genauesten Mes-sungen fallen in die Zeit von 173V bis heute. In diesem Zeiträumesind gemessen worden in Peru unter dem Aequator 3 Grade, inOstindien unter 16 Grad mittlerer Breite 15 Grade, in Frankreichunter 45 Grad mittlerer Breite 12^ Grad, in Hannover unter 52Grad mittlerer Breite 2 Grad, in England unter derselben MittlernBreite 3 Grad, in Dänemark unter 5^ Grad mittlerer Breite Ij/-Grad, in Preußen unter 55 Grad mittlerer Breite 1'/) Grad, inRußland unter 56 Grad mittlerer Breite 8 Grad, in Lapplandunter 66 Grad mittlerer Breite Ih), Grad: im Ganzen also 48Grad in dem Bereich vom Aequator ab bis zum 67 Grad nörd-licher Breite. Bon der südlichen Halbkugel ist bloß eine Messungvon geringerer Ausdehnung und Genauigkeit, die im Jahre 1751 imCaplandc ausgeführt wurde, vorhanden." Die russische Messung sollnoch nördlich fortgesetzt werden; der Kaiser hat dazu auf 1v Jahrejährlich 3VVV Thalcr bewilligt. Werden die sämmtlichcn Resultatedieser großen Messungen in Berechnung genommen, so findet sichmit großer Uebereinstimmung der mittlere Meridian-Grad zu 57v11 '/zToiscn. Man darf annehmen, daß dieser Werth nicht um mehrals 3 Toiscn von der Wahrheit abweicht. Die französisch-österreichischeLängen-Grad-Messung zwischen Marennes und Padua, eine Streckevon 15 Längen-Graden, gibt den mittlem Meridian-Grad zu 57V13Toiscn, also nahe genug mit dem Haupt-Resultate übereinstimmend, an.

Diese Gradmcssungcn führten zugleich zur genauem Bestimmungder Erdgcstalt. Die Erde kann nämlich, wie Newton dies zuerstaus theoretischen Gründen nachwies, keine vollkommene Kugel sein-Sie ist an den Polen abgeplattet, so daß also die Breitengrade nachden Polen zu wachsen müssen. Die obengenannten Gradmessungenweisen mit großer Uebcrcinstimmung eine Abplattung von nach.