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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
Entstehung
Seite
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v. Die Bildung der Erdrinde.

Ich komme nunmehr zu dem dritten Thcile meiner Abhand-lung, worin ich den Versuch macheu werde, ein geologisches Systemauszustellen, das sich möglichst genau und vollständig an die Natur-kenntniß unserer Tage anschließt. Ich wage mich somit auf einFeld, das der Hypothesen, auf welchem ich mich in meinen bis-herigen Bestrebungen noch wenig versucht habe, auf welchem jederSchritt unsicher ist, und woselbst die größte Vorsicht vor Irrungennicht schützen mag. Die Naturwissenschaften haben allerdings' inunscrm Jahrhunderte Ricscnfortschrittc gemacht. Aber eben darinliegt der Erfahrungs-Beweis, daß wir noch nicht am Ziele stehen,daß uns die Folgezeit noch viele wichtige Aufschlüsse bringen wird,von denen wir kaum eine Ahnung haben mögen. Die Oerstcdt'-schcn Entdeckungen über die Electricität sind kaum zwei Decennienalt-, und sie haben mit ihren Folgen das ganze Gebiet der Electri-cität und des Magnetismus völlig umgestaltet, und über die Er-scheinungen im Großen ein neues Licht verbreitet. Wer bürgt dafür,daß nicht die nächsten Jahre durch ähnliche Entdeckungen den Be-weis liefern, daß unsere bisherigen Kenntnisse ungeähncte Lückenhatten; wer weiß, ob nicht Naturkräfte wirksam sind, von denenwir heute noch eben so wenig wissen, als unsere Vorältern vordreihundert Jahren von der Electricität wußten. Und wie wenigwissen wir noch immer, trotz der bezeichneten glänzenden Entdeckungen,von dem Wesen dieser räthsclhaftcn Naturkraft; von der Stelle,den sie im Naturhaushalte einnimmt; von ihren Functionen undihrem Endzweck. Noch hülfloscr läßt uns die Chemie bei der Er-klärung geologischer Erscheinungen. Sic ist einstweilen nur nochein verzärteltes, schwaches Kind unserer Laboratorien, das diegewaltigen Erscheinungen der großen Außenwelt noch wenig zubewältigen vermag. Der Chemiker hat bei seinen Scheidungen undVerbindungen niä)t über diese Zeiträume, den hydrostatischen oderaerostatischcn Druck, diese Massen und die Mithülfe von allendiesen Naturkräften zu verfügen, welche bei der Erdbildung nach-weislich eingewirkt haben; und darum stellt oft das Experimentdie Naturerscheinung so ungenügend dar.

Ob es demnach nicht noch wenig an der Zeit sein möchte,ein geologisches System aufzustellen, ist eine Frage, für deren Be-jahung sich wenigstens eben so viele Gründe ausstellen lassen, alsfür ihre Verneinung. Darum mag auch in unfern Tagen nochkein Naturkundigcr es versucht haben, ein geologisches System nachdem Standpunkte der jetzt vorhandenen Naturkenntnissc vollstän-dig auszuarbeiten. Die bedeutendem neuem Geognosten habensich damit begnügt, ihre gesammelten Erfahrungen unter allgemei-nere Uebersichtcn zu bringen; nur hie und da haben sie aufgeologische Hypothesen hingedeutet. Solche Hindeutungcn sind aber