sich keine bedeutendere feste Gebirgslagen mehr; doch fanden nochhäufigere Wechsel zwischen Land und Meer statt, veranlaßt durchallmahlige Hebungen und Senkungen, die jedoch gegen das Endeder Periode fast ganz aufhörten. Die großen Flußthäler hatten sichin ihren Hauptgestaltungen schon in früheren Perioden gebildet.Aber die Thalwcge der Gewässer waren noch an vielen Stellendurch Gebirgszüge abgeschnitten, welche die Wasser aufstaucten, sodaß sich ungeheure Landseen bildeten, aus denen die Finthen ingroßen Abstürzen ihren Ausweg nehmen mußten. Die Gerolle,welche im Gebirge an unfern Flüssen mehrere hundert Fuß hochüber dem jetzigen Wasserspiegel an den Berggehängen aufgehäuftsind, zeugen von diesen Aufdämmungen. Die unermeßliche Kraftder Wasscrstürze zehrte fortwährend an dem festen Gestein, dasseinem Laufe im Wege stand; die Wasserfälle rückten immer weiteraufwärts, bis endlich der Stcindamm durchbrochen war, und nundie Seen abliefen. Bon solchen Durchbrechungen der Gebirgeliefern die großen Flußthäler die unzweideutigsten Spuren. In denHochgebirgen haben die Flüsse ihren stärksten Fall, in der Nähe desMeeres vermindert sich ihr Gefälle, bis es im Meere selbst ganzverschwindet. In den stark abschüssigen Thälcrn reißen die Gewässerin ihrem schnellen Laufe Gerölle und verwittertes Gestein mit fort;die feinem Theile werden bis zum Meere hin im Wasser schwimmenderhalten, und in der Nähe der Mündung erst abgesetzt. Der Sandwird bei Hochwasser fortgeführt, und die größer» Geschiebe rückenbei Fluthen wenigstens alljährlich streckenweise abwärts. So langeein Fluß noch viele Seen durchströmen muß, setzen seine ruhigenGewässer in diesen die Geschiebe und erdigen Theile ab, undkönnen dann nur sehr langsam die weiter abwärts liegenden Thälerausfüllen und die Ebenen erhöhen Rascher geht solche Anschwem-mung bei entfesseltem Laufe der Flüsse von statten. So bilden diegroßen Flüsse an ihrem unteren Laufe die fruchtbaren Thalcbencnund Deltas. Man hat es versucht, aus dem Fortschreiten derAllusionen und der vorhandenen Masse derselben die Zeitdauerihrer Bildung zu berechnen. Nach Girards Untersuchungen cr-höhete sich das Nilbett in Unter-Aegypten in 16UU Jahren umetwa 2 Metres. Die Tiefe der Alluvion gibt er zu 11 Metrcs an,zu deren Bildung also eine Zeitdauer von 9UUU Jahren erforderlichgewesen wäre. Dabei ist aber in Betracht zu ziehen, daß großeFlüsse an ihren Mündungen häusig ihre Bette wechseln, und daßwahrscheinlich in den ersten Zeiten des Nil-Laufes, wenn damalsdas Wasser in Seen geläutert wurde, der Fluß weniger feste Theileabsetzte. Es möchte also leicht die obige Zeitdauer mehr als ver-doppelt werden müssen. — Eine zweite Berechnung entlehneich vondem trefflichen englischen Geologen Lyell, die derselbe über daZurückweichen des Niagara-Falles angestellt hat. Unterhalb desWasserfalles fließt der Fluß 7 engl. Meilen weit bis Queenstown durcheine enge Felsenschlucht mit steilen Gehängen, die der Wassersturz vorund nach in die horizontal liegenden Kalkflö'tze ausgehöhlt hat. Bei
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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
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