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Setzt man eine Erdwärme vcm 99 Grad voraus, so konntedamals die Sonnenwärme nur einen sehr geringen Unterschied derClimata hervorbringen. In unsern Tagen, wo die der Erde eigen-thümliche Wärme kaum den Aufthaupunkt erreicht, findet freilichzwischen den Polar- und Aequinoctial-Gegendcn ein Temperatur-Un-terschied von 33 ° 9!. statt. Bei einer Temperatur von 99 ° mußteaber die Ausstrahlung gegen die Atmosphäre und den Himmelsraumso bedeutend, also auch der Ersatz von Wärme aus dem Innernso groß sein, daß die Erwärmung durch die Sonne vcrhältnißmäßigdagegen als sehr gering erscheint Daraus folgt, daß zur damaligenZeit über die ganze Erde die heiße Zone verbreitet sein mußte, sodaß in der Erd- und Luft-Temperatur auf der Erde zwischen denverschiedenen Breitengraden vielleicht kaum ein Unterschied von 19°statt fand. Demnach mußten auch damals über die ganze Erdedieselben Geschlechter von Thieren und Pflanzen verbreitet sein,und zwar solche, die mit der heutigen Thier- und Pflanzenweltzwischen den Wendekreisen die meiste Achnlichkeit und Verwandt-schaft haben. Die Ucbereinstimmung in den Versteinerungen derselbenGebirgsfvrmationcn in allen Theilen der Erde, ohne daß derUnterschied der Zonen dabei einen Unterschied nachweise, gibt denBeweis, daß in jenen Zeiten die Temperatur-Verhältnisse auf derErde im Wesentlichen wirklich so waren, wie ich sie hier ange-geben habe.
Die übrigen Verhältnisse, unter denen sich das Grauwacken-Gebirge bildete, mögen dem Wesentlichen nach die folgenden gewesensein. Die niedergeschlagenen Wasser bildeten Flüsse, Seen undMeere, und bedeckten den größten Thcil der Erdfläche. DiejenigenGebirge und Hochebenen, in welchen die Urgebirgsarten zu Tage an-stehen, ragten schon damals über den Meeresspiegel hervor, undsind nie später vom Meere bedeckt worden. Da nun solche Gebirgein allen Theilen des Festlandes vorhanden sind; so muß hiermit jeneHypothese fallen, welche dem einen Weltthcile, z. B. Amerika, einenjüngern Ursprung gibt, als den übrigen. Wer einwenden wollte,daß hohe Gebirge immer vom Meere bedeckt gewesen sein könnten,ohne daß der Niederschlag in demselben seine Gipfel bedeckt, weildie Gewalt der Wellen denselben wieder abgespült habe, der hätteübersehen, daß sich zwischen diesen Gipfeln der Hochgebirge stetstief eingeschnittene Thäler befinden, welche doch diesen Niederschlaghätten aufnehmen müssen, wovon sich jedoch in vielen Urgebirgcnaller Contincnte keine Spur vorfindet. — Fluß- und Mcerwasserenthielt noch sehr viele feste Thcile aufgclöset, besonders viel Kalk;auch führten diese Gewässer mehr Schlamm mit sich. Die Atmos-phäre enthielt noch sehr viel Wasserdampf und Kohlensäure. Diefeste Erdrinde hatte noch keine beträchtliche Dicke erreicht, so daßdieselbe noch den furchtbarsten Erschütterungen, Hebungen, Durchbre-chungen und Zertrümmerungen ausgesetzt war.
Unter solchen Umständen brach der Geburtstag der Pflanzen-und Thierwclt an. Was wir von dieser organischen^Wclt der Urzeit