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Gebirge haben sich unzweifelhaft in der Tiefe der Meere gebildet.Die geschmolzenen Massen erstarrten also sehr rasch, aber untereinem starken hydrostatischen Druck. Die neuern vulcanischen Pro-ductc, so weit wir sie kennen, erstarren wiederum an der Atmos-phäre, aber bei niedriger Temperatur der Umgebungen, also rascher,und unter einem schwachen atmosphärischen Drucke. Daß nicht nochmanche andere Einwirkungen auf die Bildung des einen oder anderndieser vulcanischen Producte von Einfluß gewesen sein sollten, willich gar nicht in Abrede stellen. Man sielst nach dieser Hypothese ein,daß sich noch Granite bilden konnten, als sich schon Versteinerung-führende Lager gebildet hatten; daß aber granitische Bildungen inunserer Periode nicht mehr möglich sind; dann auch, daß nochimmer in der Tiefe der Meere Basalte entstehen können, die sichaber nur dann der Beobachtung darbieten, wenn der vulkanischeMeeresboden durch unterirdische Kräfte über die Oberfläche des Was-sers emporgehoben wird. Diese Erklärung findet in den mehrfachenErfahrungen eine anderweitige Bestätigung, daß die vulcanischenMassen der mittlem und neuern Periode den Granit durchbrochenhaben, also der Hecrd der vulcanischen Thätigkeit jedenfalls unterden Urgebirgen aufzusuchen ist, woran jetzt kein Gcognost mehr zweifelt.
Der Anfang der dritten Periode der Erdbildung ist durch dasAuftreten organischer Gebilde scharf bezeichnet. Während ihrer Dauerbildete sich die Grauwackengruppe. Was aber zur Grauwackcn-gruppe, oder zu dem Uebergangsgebirge, zu rechnen sei, darin stim-men nicht alle Geognostcn mit einander überein. Und wirklich ver-läuft sich die Grauwackengruppe in so unmerklichen Abstufungen indie jüngern Gebirgsformationcn, und es tritt bei den letztern so wenigeine neue Erscheinung von durchgreifender Wichtigkeit hervor, daßbei der Endbcgrcnzung der drittcn Periode wohl nimmer einige Will-kührlichkeit zu vermeiden sein wird. Dagegen unterscheidet sich diedritte Periode von der vierten im Allgemeinen in so wesentlichenStücken, daß eine Zusammenfassung der beiden Perioden zu einereinzigen nicht anräthlich erscheint.
Zunächst möchte nun zu untersuchen sein, welches die Tempe-ratur und welches überhaupt der Zustand auf der Erden zu der Zeitwar, als die ersten Organismen auftraten. So viel ist gewiß, daßsich die Temperatur bis unter den Siedepunkt mußte erniedrigt haben,bevor Pflanzen und Thicre bestehen konnten. Denn so wesentlichverschieden von der heutigen Pflanzen- und Thierwelt waren dieorganischen Gebilde der Borwelt nicht, daß angenommen werdendürfte, dieselben hätten bei Temperaturen bestehen können, bei wel-cher jetzt alles organische Leben ertödtet würde. Es finden sich so-gar in den ältesten geschichteten Felsarten Versteinerungen aus denniedrigem Thierklasscn von Geschlechtern, die noch immer fortbestehen.Es mag die Temperatur der Erdoberfläche beim ersten Auftretender Organismen etwa noch 8l) bis 95 Grad betragen haben.