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die Temperatur aber noch zu boch war, um organische Gebildezuzulassen. Auch in dieser Periode bestand noch der Aufruhr inder Natur, der ungeheuerste Kampf der Elemente fort. Boninnen drängte die Macht ungemesscncr Kräfte die Erdrinde empor.Die vorhandenen Gebirge wurden höher, und es entstanden anmanchen Stellen, wo früher Thal oder ebenes Land war, andereBerge. Die Erdrinde wurde auf die manchfachste Weise durchbro-chen. Aus der Tiefe quollen die geschmolzenen Massen hervor, undüberlagerten in neuen Bergen den Boden. Sic bildeten natürlichbei ihrem Erkalten dieselben Felsarten, woraus damals die Erdrindeallein bestand, weil die Verhältnisse der Bildung dieselben gebliebenwaren. Zugleich aber auch stürzten unermeßliche siedendheiße Re-gengüsse vom Himmel herab. Wenn in der gemäßigten Zone diemittlere jährliche Regenmenge gegen betragen mag; so beträgtsie zwischen den Wendekreisen, wo die mittlere Temperatur vielleicht20° O. höher steht, schon das vierfache. Dort stürzen an einzelnenOrten oft an einem Tage so viele Wasser herab, als bei uns imganzen Jahre. Hiernach zu urthcilen, mußten in jenen Urzeiten derErdbildung, wo die Temperatur die heutige der Aequatorial-Zoneum mehrere hundert Grade übertraf, ganze Finthen von heißenWassern aus der Atmosphäre herabstürzen, begleitet von denfurchtbarsten Ungewittern und Stürmen. Wenn nun unsere heuti-gen Regengüsse und Hochwasser Stcinmassen abzulösen und zuzertheilen vermögen, womit die Flüsse an ihren Mündungen ganzeLänderstrecken bedecken, die See- und Meerbcckcn ausfüllen, und sodie Grenzen des Festlandes meilenweit erweitern: was vermochtendann nicht die Gewässer der Urzeit zur fortschreitenden Erdbildungbeizutragen. Es bildeten sich nunmehr die ersten Flußrinnen, Seenund Meere, und in diesen vorzugsweise die ersten stratenförmiggelagerten Stcinschichtcn. So mögen sich die Thonschieser, Kiesel-schiefer, Glimmerschiefer, Talkschiefer, Chloritschicfer, Hornblende-schiefer und verwandte Felsarten gebildet haben. Während ihrerBildung kamen an der Erdoberfläche noch vielfach geschmolzeneMassen, die aus der Tiefe cmporgedrungen waren, zur^Erstarrung.Auch mußten damals häufig Sceboden und Festland, durch dieEinporhebungen und Umstürze der Erdrinde, ihre Rollen wechseln.Darum wechscllagern die vorhin genannten Gebirgsschichtcn aufdie manchfachste Weise mit den crystallinischen Felsmassen, werdenvon diesen durchbrochen und umgestürzt; sie schließen sich selbst inden unmerklichsten Ucbergängen an sie an. Dabei muß noch be-merkt werden, daß geschmolzene Massen häusig auf andere Gesteine,mit denen sie in Berührung kamen, verändernd einwirkten, undihrem Gefüge eine crystallinische Structur gaben. Es ist durchmehrfache Erfahrungen erwiesen, daß eine völlige Schmelzung nichtnothwcndig ist, nur einem durch Niederschlag gebildeten Gesteinedie crystallinische Structur zu geben. So sieht man, wie bei derBerührung der Granit den grobkörnigen Thonschieser in Hornblcn-deschicfcr, der Basalt den "Schicfcrthvn in Porcellanjaspis, und