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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
Entstehung
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liehen Weltperiode müssen wie mit Johannes von Müllersagen: »Das menschliche Geschlecht ist von gestern, und öffnetkaum heute seine Augen für die Betrachtung des Laufs der Natur.«Wie langsam sich die Warme in Maßen von beträchtlichen Dimen-sionen verbreitet, lehren vielfältige Erfahrungen. Lavaströmc sindnach einer Reihe von zehn Jahren im Innern noch heiß befundenworden. Am Aetna fand man vor mehreren Jahren unversehrtesGlätschcr-Eis unter einem mächtigen Lavastrome gelagert. Nachdem merkwürdigen Ausbruche des Jorullo, der im Jahre 1759statt fand, blieb der Boden bis auf große Entfernungen vomBulcan mehrere Jahre lang so heiß, daß er unbewohnbar war.Als v. Humboldt und Bonpland im Jahre 1893, 44 Jahrenach dem Ausbruche, den Krater bestiegen, fanden sie noch immerin den Spalten sehr hohe Temperaturen; Burckhardt besuchteden Bulcan im Jahre 1826, also 67 Jahre nach dem Ausbruche,und fand noch an mehreren Stellen den Boden so heiß, daß dieFußsohlen an ihm verbrannten. So langsam aber auch die Abküh-lung der Erbmasse, vom Schmelzpunkte bis zum Condcnsations-punktc der Wasserdämpfe, vor sich gehen mochte; so mußte sichdoch die Zeitdauer der spätem Abkühlungen immer mehr verlängern,so daß unzweifelhaft die Periode der Urgcbirgsbildung von den Pe-rioden der Bildung der mittlem und neuem Gebirgsschichten vielfachübertreffen wird.

Mit der Verminderung der Temperatur ist der Regel nacheine Zusammenziehung der Massen verbunden. Bei Steinmasscnmag die lineare Zusammenzichung für jede 190" <7. Abkühlungvielleicht betragen. Hiernach hätten bei der fortgehenden

Abkühlung der Erdmasse unter der erstarrten Rinde vor und nachLücken entstehen und darum Einbrüche der Erdrinde und Erdstürzein die Tiefe sich ereignen müssen. Die Erscheinungen durch alleZeiten der Erdbildung hindurch lehren aber im Gegentheil, daßstets ein Drang der geschmolzenen Massen aus der Tiefe nach obenvorhanden war, und daß die Erdrinde fortwährend an einzelnenPunkten, vielleicht weil auf diese Punkte gerade die unterirdischenKräfte wirkten, oder weil sie den geringsten Widerstand leisteten,gehoben worden ist. Diese Erscheinungen finden eine gnügcndeErklärung in der Annahme, daß die geschmolzenen Erdmasscn beiihrer Erstarrung eine Ausdehnung erleiden. Das Wasser dehnt sichbeim Gefrieren um aus; fäudc eine gleiche oder ähnliche Aus-dehnung bei der Erstarrung flüssiger Steinmasscn statt, worüber, soviel ich weiß, keine dirccten Versuche vorhanden sind; so würde diesedie allgemeine Zusammenzichung durch Abkühluug bei weitem über-treffen, und so also der von den ersten Zeiten an fortdauerndeDrang von innen nach außen erklärt sein.

Wir gelangen jetzt zur zweiten Periode der Erdbildung, inwelcher sich der Wasserdamvf vor und nach niederzuschlagen anfing;