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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
Entstehung
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Wie sich in diesen ersten Zeiten der Erderstarrung Gesteine vonverschiedener Beschaffenheit, doch aber von naher Verwandtschaftund mit unmerklichen Uebergängen bilden mußten, wird jeder leichtbegreiflich finden. Wie groß ist nicht die Verschiedenheit der vulcani-schcn Produkte, die sich vor den Augen der Menschen aus demselbenFeuerherde hervordrangen. Ebenso erklärlich ist es, warum die ver-schiedenen Urgcbirgsarten nicht wie die neuern GebirgSmasscn ineiner feststehenden Reihenfolge sich überlagern. Sie bildeten sich soziemlich unter denselben allgemeinen Umständen, und in derselbenZeitperiode, so daß ihre Lagcrungs-Verhältnisse nichts Gesetzmäßigesdarbieten können.

Als die erstarrte Erdrinde zu einiger Dicke gelangt war, mußtendie Erschütterungen und Zertrümmerungen, welche die wogende flüssigeErdmasse der Tiefe verursachten, vielfache Spalten bilden, in denendie geschmolzene Erdmasse empordrang, und vor und nach erstarrte.Wo eine solche Erstarrung ruhig vor sich ging, da bildete sich, nacheiner sehr wichtigen Bemerkung von L. v. Buch, fast immer Granit.So bildeten sich die Granitgänge im Granitc selbst, im Gneis,im Glimmer- und ältern Thonschiescr, im Hornblendcgestein. Auchfinden sich häusig Granit-Trümmer in der Granitmasse oder imGneis eingeschlossen. Eben so kommen Gänge von Gneis undTrümmer dieses Gesteins in den übrigen Urgcbirgsarten vor.

Daß bei diesem Zustande der Dinge, bei der hohen Temperaturdes Bodens, bei den Ungeheuern Umwälzungen auf demselben, beidem Mangel an Wasser, bei der Urbeschaffcnhcit der Atmosphäre,kein organisches Gebilde bestehen konnte, ist leicht begreiflich. Undwirklich hat man in den Urgcbirgsarten je so wenig die geringsteSpur von organischen Ucbcrrcstcn aufgefunden, daß man es in derGcvgnosic als ein charakteristisches Kennzeichen der Urfelsen ansieht,daß sie verstcinerungslecr sind.

Dieser Zustand dauerte unstreitig so lange auf der Erde fort,bis ihre Oberfläche bis zu der Temperatur abgekühlt war, wosich der Wasserdampf der Atmosphäre niederschlagen konnte, welcheTemperatur oben, als zwischen 360 und 420 Grad nach Celsiusenthalten, angenommen worden ist. Rechnet man in unfern Zeitenfür jede 100^ Hinabgehen in die Tiefe eine Temperatur-Zunahmevon 1 Grad; so würde in einer Tiefe von etwa 40000 h oder1^/z Meilen eine Temperatur von 400° erreicht sein. Die Dicke derstarren Erdmasse von da ab bis dahin, wo sie an die geschmolzenenMassen grenzt, welche ich früher, unstreitig viel zu bedeutend, zu8 Meilen, angenommen habe, muß jetzt bedeutender sein, als die,welche die erstarrte Erdrinde erreichte, als sich ihre Oberfläche bisauf 400°. abgekühlt hatte. Welcher Zeitraum aber zu einer solchenAbkühlung erforderlich war, vermögen wir selbst nicht einmal an-näherungsweise zu berechnen, so sehr auch die Bemühungen destrefflichen Fourier auf ein solches Ziel hingerichtet gewesen sind,und ihre Früchte getragen haben. In Betracht aber des UngeheuernZeitraums für eine solche Erkaltung im Vcrhältniß zur gcschicht-