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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
Entstehung
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in den letztern Jahren häufiger und ausführlicher geworden, undes scheint" die Masse der gesammelten Erfahrungen unaufhaltsamzur Aufstellung eines vollständigen geologischen Systcmcs hinzudrän-gen. Ich halte dafür, es müsse sich nunmehr ein System aufstellenlassen, das wenigstens in seinen Grundzügen auf sicherer Basisruht. Mögen denn auch Einzelnheiten später vor einer erweitertenNaturkenntniß nicht bestehen können; sie werden verdrängt, berich-tigt, ergänzt, und weiter ausgeführt werden, so wie die Natur-kenntniß fortschreitet. Bleibt man sich nur bewußt, welche Thcileeines solchen Systems auf einer schwankenden Grundlage beruhen,so kann ihre vorläufige Aufstellung nie Schaden bringen. DasSystem wird dazu dienen, die vorhandenen Thatsachen geistig zuverknüpfen, ihre Ucbersicht zu erleichtern, auf ihre Lücken undMangelhaftigkeit hinzuweisen, und regt darum zu neuen, plan-mäßig angelegten, einem bestimmten Endziele zugewandten For-schungen an. Freilich kann es auch für die nicht freien, in vorge-faßten Ansichten befangenen Geister, Hemmring und Hindcrnißwerden, in den Erscheinungen der Natur das Wahre zu erkennen.Aber dieser Schaden ist sehr gering; solche gefesselte Geister gehörenstets der Mittelmäßigkeit an; mögen sie frei oder befangen sein,sie werden nie durch Erweiterung menschlicher Kenntnisse sich großeVerdienste erwerben.

Das sind meine Ansichten, meine Verwahrungen und meineHoffnungen des Gelingens, unter denen ich es wage, die Grund-züge eines geologischen Systems aufzustellen.

Der ganze Erdkörpcr ist in seinen untern Lagern mit Stcin-massen bedeckt, die man Urgcbirge nennt. An den höchsten Punk-ten der Erde, in vielen ausgebreiteten Gcbirgsstöckcn, auf den mei-sten Hochebenen liegt dieses Gebirge zu Tage. In den meisten Ge-birgen von geringerer Erhebung und Ausdehnung, in den niedrigemEbenen ist das Urgebirge mit jüngcrn Gebirgsarten bedeckt. Es sindaber viele Wahrschcinlichkeitsgründe dafür vorhanden, und es ist niemit Grund bezweifelt worden, daß die Grundlage der neuem Gebirge stetsdas Urgcbirge sei. Das Urgebirge hat sich aus dem geschmolzenenZustande gebildet. Dieses war die merkwürdige Thatsache, die frei-lich schon früher behauptet, aber erst durch die Forschungen vonHutton constatirt worden ist. Spätere Untersuchungen haben esbis zur Evidenz nachgewiesen, daß die Urgesteine vulkanischen Ur-sprungs sind. Als Prototyp derselben kann der Granit angeschenwerden. Der Granit besteht, wie bekannt, aus einem Gemengevon Quarz, Fcldspath und Glimmer. Die Chemie möchte schwer-lich für ein solches Gestein einen andern Ursprung, als den aus einergeschmolzenen Masse, nachweisen können. Mitschcrlich hat sogarnicht ohne Erfolg versucht, den Granit im Hochofen - Feuer künstlichdarzustellen. Allerdings lassen sich gegen diese Annahmen Einwen-dungen machen. Wer kann wissen, sagt man, in wie weit nicht dieZeit, hohe Temperatur, so wie andere Einflüsse den geschichtetenGebirgsarten eine crystallinische Structur zu geben vermögen. Es

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