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birge Sachsms hinaus ausgedehnt. Was er selbst gesehen, hatte ergut gesehen; aber er verstand es nicht, mit den Augen Anderer zu sehen.Auf die Lagcrungs-Vcrhältnisse Sachsens baute er sein System,und konnte nicht begreifen, daß anderwärts andere und durchgrei-fendere Verhältnisse vorhanden sein könnten. Namentlich ging ihmjede genaue Kenntniß vulcanischer Thätigkeiten und ihrer Formatio-nen ab. Die Basalte in Sachsen und Hessen, auf welche sichseine Beobachtungen beschränkten, bestehen aus plattcnförmigen Ueber-deckungen von Bergen und Hügeln, wie sie anderwärts sehr seltenvorkommen. Darum hielt er den Basalt und die ganze Trapp-Formation von neptunischcm Ursprung, und um so weniger konnteer bei den ältern Gebirgsartcn die Wirkungen des Feuers anerkennen.Schon im Jahre 1763 hatte der Hannoveraner Raspe die Basaltein Hessen, als vulcanische Formation, sehr getreu geschildert. Arduinohatte schon einige Jahre früher nachgewiesen, daß die Trappgebildeim Vicentinischen von untermeerischen, vulcanischcn Eruptionen her-stammten. Fortis und Desm»rest untersuchten etwas später dasBicentinische, und bestätigten Arduino's Ansichten. Banks,Solan der und Troil stellten vergleichende Untersuchungen überden Säulen-Basalt des Hekla und der Hebriden an, und bewiesenihre Identität. Collini erklärte im Jahr 1774 die Gebirge zwischenAndernach und Bonn für vulcanisch. Im Jahre 1779 machteFaujas St. Fond seine Beschreibung der erloschenen Vulcanein Vivarais und Velay bekannt, und zeigte, wie die Basaltströmevon Kratern, die noch vollkommen bestehen, ausgeflossen seien. Indemselben Jahre erschienen die De Luc'schcn Nachrichten über dieerloschenen Vulcane der Eifel. Alle diese Beobachtungen Anderervermochten nichts bei Werner gegen das, was er selbst gesehenund untersucht hatte. Aber sein System war auf so richtige Grund-Principien bafirt, daß es das Heilmittel gegen seine Gebrechen insich selbst trug, und seine Schüler würden eben so bald durch eigeneForschungen die Irrungen ihres Lehrers eingesehen haben, wenn dasneptunische System auch nicht von seinem Ursprünge an, von Sei-ten der Vulcanisten, wäre bekämpft worden.
Diese Gegner des Werner'schcn neptunischen Systems ver-ehrten in dem trefflichen Hutton mit vollem Recht ihren Herrnund Meister. Was Leibnitz prophetisch verkündet hatte, daß dasGrundgestein der Erde im geschmolzenen Zustande müsse gewesensein, das bewies Hutton als der Erste durch unwiderlegliche That-sacbcn. Er war Arzt, gab aber seine Praxis auf, und lebte inEdinburg unabhängig, von dem mäßigen väterlichen Erbe, seinenForschungen. Und diese Forschungen trieb er mit einem Eifer undeiner Unabhängigkeit des Geistes, die besonders in seiner Wissenschaftund seinem Vaterlande eine neue Erscheinung war. Nachdem erin Schottland und England recht viel gesehen und untersucht hatte,gab er im Jahre 178? seine »Theorie der Erde« heraus. Lyellsagt von diesem geologischen Lehrbuche: Es war das Erste, worinerklärt wurde, daß es sich nicht um Fragen, die den Ursprung der