tagen Perioden von unbestimmter Dauer anncbme. Unter diesenhat sich De Luc um die wissenschaftliche Geologie das größteVerdienst erworben. Sein System stellte er in seinen im Jahre 1779erschienenen »Physicalischen und moralischen Briefen über dieGeschichte der Erde und des Menschen, gerichtet an die Königinnvon Großbrittanien«, auf. De Luc hatte in den Alpen, am Rheinund in Holland sehr viele und gute geognvstische Untersuchungenangestellt. Sein Hauptvcrdienst ist die Aufsindung der erloschenenVulcane am Rheine und in der Essel, die man vor ihm nurwenig kannte. Man liefet mit großem Interesse die Schilderungseiner Rheinreise, wie er in der Essel von einem Krater-Randeandere entdeckt, in kindlicher Freude gerades Weges mitten durchKornfelder hineilt, um sich seines Fundes zu versichern; wie er amLaachersee so geschäftig in dem Gesteine sucht und hämmert, daßdie Mönche des Klosters gegen sein Treiben Verdacht schöpfen,und ihn festnehmen wollen. "De Luc prüft in seinen Briefenzunächst die ältcrn geologischen Systeme durch die bisher gesammel-ten Ersahrungen. Er gesteht, daß es ihm nicht möglich sei, dieBildung der Berge zu erklären. Dagegen lehrten alle Erfahrungen,daß unser Festland ehedem Meergrund gewesen sei, daß das Meersein ehemaliges Bett durch eine plötzliche Revolution, und nochnicht seit länger als 4Ug<Z Jahren, verlassen habe. Das alteMeer häufte Bodensätze, die mit Eonchylien, auch mit Theilen vonPflanzen nud Landthiercn, welche die Flüsse aus dein damaligenFestlande hcrzuführten, vermischt wurden. Das Meerwasser drangin die feste Erdrinde, erzeugte hier Gährungcn, Entzündungen,Dämpfe und dadurch vulcanische Ausbrüche, welche Schichten vonLava bildeten, die oft mit Bodensätzen des Meeres abwechseln.Erdbeben, als unzertrennliche Begleiter von vulcanischen Ausbrüchen,bildeten Spalten in der Erde, die sich mit Erzeugnissen des Meeresund der Vulcane ausfüllten, und so entstanden die Gänge. DasMeer drang in unterirdische Höhlungen ein, wodurch immer mehrLand trocken gelegt wurde. Endlich stürzten plötzlich ganze bewohnteLandstriche in tiefe Klüfte hinunter, wodurch die Sündfluth ent-stand, dagegen andere weite Landstriche vom Meere entblößt wur-den, die jetzt unfern Continent bilden.
Zwei berühmte Zeitgenossen De Luc's verwandten einen gro-ßen Theil ihres Lebens dazu, den Bau der Gebirge zu erforschen,und sie eröffnen eine glänzende Reihenfolge von Männern, die mitgroßer Aufopferung, in dem Zeiträume eines halben Jahrhunderts,ibei weitem mehr geologische Thatsachen gesammelt haben, als dieVorwelt in ihrem ganzen Verlaufe- "Dies waren Saussurcund Pallas. Beide wandten ihre Studien den höchsten Gcbirgs-stöcken der alten Welt, jener den Alpen und dem Jura, dieser denbeiden großen Gebirgsketten Sibiriens zu. Beide lieferten genaueBeschreibung der Urgebirge, so wie ihres Verhältnisses zu den sichihnen anschließenden jüngern Gebirgsschichtcn. Pallas erwarbsich besonders noch dadurch Verdienst, daß er die Aufmerksamkeit