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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
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merkte mit Recht, daß weder der Religion noch einer wahrenPhilosophie damit gedient werde, die heilige Schrift mit naturwis-senschaftlichen Untersuchungen in Verbindung zu bringen. Die Bi-bel stellt die Sündfluth als ein wunderbares Ereigniß dar, welchesauf das ausdruckliche Allmachtsgebot Gottes eintrat-^ Wenn alsoeinige Schriftsteller, freilich in der beßten Absicht, die Sündfluth inden natürlichen Gang der Erdbildung einzureihen bemüht waren;so mußte dies Streben den Glauben an die Wahrhaftigkeit der Bi-bel eben so sehr beeinträchtigen, als wenn irgend ein geologischesSystem je beabsicht hätte, das Ereigniß einer allgemeinen Ueberflu-thung der Erde zu widerlegen. Die neueren geognostischen und ge-ologischen Forschungen haben zu keinem Resultate geführt, wasder Wahrhaftigkeit der Bibel in irgend einer Weise entgegenträte.

Wallis ncri gab im Jahre 1721 sein Werk heraus: »Ueberdie Mecrproductc, welche sicb auf Bergen vorfinden, über ihren Ur-sprungsort, den Zustand der Welt vor, bei und nach der Sünd-fluth,« worin er einen reichen Schatz von eigenen Beobachtungenmittheilte. Er versuchte nachzuweisen, wie weit die im Meere ge-bildeten Gebirgsschichten in Italien verbreitet, und welches ihre cha-rakteristischen Versteinerungen seien. Im Jahre 1749 gab Laz-zaro Moro sein Werk: »Ueber die Crustaceen und andere in denGebirgen gefundene Secproducte« heraus. Er sucht zu beweisen,daß die von Vallisneri beobachteten geologischen Thatsachcn inemporhebenden, unterirdischen Kräften ihre Erklärung fänden. Erging von der Erfahrung aus, daß vulcanische Kräfte im Jahre 1797in der Nähe von Santorin eine neue Insel, und im Jahre 1538bei Neapel den iVkont« nuova emporgehoben hatten. Das Cen-tralfcuer hob die Erdrinde, behauptet er, und bildete die Berge,durchbrach auch an vielen Stellen die Rinde, und so entstandenVulcane. Moro versammelt um die neue Insel, in deren Bergensich viele Versteinerungen vorfanden, die Geologen älterer und neuererZeit, und läßt sie ihre Hypothesen über den Ursprung der mit empor-gehobenen Secproducte vorbringen, um dieselben lächerlich zu machen.

Mehrere italienische Geologen traten den Ansichten Vallisn cri'sund M o ro's bei, und verschafften durch neue Untersuchungen der Ge-birge, so wie des Bodens des mittelländischen Meeres, denselbenhöheres Ansehen. Ein neues großes Princip, das die Untersuchun-gen zu einer großartigem Regsamkeit hätte anfeuern können, wurdenicht aufgestellt. Man begnügte sich einzelne Streitpunkte zu ver-theidigen oder zu bekämpfen, und diese bezogen sich noch immermehr oder weniger auf Wirkungen der Noa h'schen Fluth. Diespätem «Schriftsteller von Bedeutung gaben allmählig die Ansichtganz auf, daß die sämmtlichen Veränderungen auf der ErdoberflächeWirkungen der Sündfluth seien, weil zu viele Thatsachcn, diebisher ermittelt worden waren, solcher Ansicht auf das bestimmtestewidersprachen. Dagegen erklärten sich mehrere kenntnißrcichc Geo-logen der damaligen Zeit für die volle Glaubwürdigkeit der Mosai-schen Schöpfungsgeschichte, in so fern man unter den Schöpfungs-