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cr für erdige Concrctionen; auch sah er es für nicht gar zu un-wahrscheinlich au, daß die im tost-ieea aufgefundenen anti-quen Gefäße, natürliche Bildungen des Bodens seien. Ein gewisserStelluti gab das versteinerte Holz und die Ammoniten für Thonan, der durch schwefcliges Wasser und unterirdische Wärme solcheGestalten angenommen habe. Mcrcati lieferte im Jahre 1574ein Bilderwcrk über die fossilen Muscheln des vaticanischen Museums,die er für bloße Steine ausgab, die von dem Einfluß der Himmels-körper ihre eigenthümliche Gestalt erlangt hätten; und Olivi vonCremona, der die Versteinerungen des Museums in Verona be-schrieb, nannte sie bloße Naturspiele. In ganz ähnlicher Weisesprachen sich die meisten Gelehrten Deutschlands, der Schweiz undEnglands bis gegen das Ende des 16. Jahrhunderts über die Petre-factcn aus.
Freilich fand aber die Ansicht von Fracastoro immer mehrund bedeutendere Anhänger. Mottioli suchte schon im 16. Jahr-hundert nachzuweisen, daß wenn poröse Knochen von gewissenFlüssigkeiten durchdrungen würden, sie sich in Stein verwandelnkönnten. Cardan bemerkt in seiner Schrift: 0« 8»l>riliti,tk!,1552, die Versteinerungen wiesen deutlich den frühern Aufenthaltdes Meeres auf den Gebirgen nach. Der Botaniker Cesalpinuslehrte etwas später dasselbe; Simon Majoli bestätigte (1597)diese Ansichten, suchte es aber wahrscheinlich zu machen, daß Mu-scheln und andere Seeproducte durch vulkanische Kräfte empor ge-hoben und den Gesteinen des Festlandes einverleibt werden könnten.Dieses ist die erste Andeutung des Zusammenhanges zwischen vul-kanischen Wirkungen und den Ablagerungen von Secproducten aufGebirgen. Fontcnellc sagt in seiner akademischen Lobrede aufPalissy, daß dieser Naturforscher der erste gewesen sei, der (1580)in Paris die Behauptung gewagt habe, die fossilen Reste der Mu-scheln und Fische hätten einst lebenden Mcergcschöpfcn angehört.
So verging also das ganze 16. Jahrhundert in dem unent-schiedenen Streite, ob die Petrefacten sich in dem Gesteine selbstgebildet, oder lebenden Organismen angehört, und bei der Bildungder Steinschichten in diese begraben worden seien. Dieser lebhaftgeführte Streit wandte die Aufmerksamkeit der Naturkundigen denPetrefacten zu. Sie wurden, besonders in Italien, etwas späterin England, fleißig gesammelt und wissenschaftlicher untersucht.Dennoch verging noch mehr als die Hälfte des 17. Jahrhunderts,bevor die wahre Ansicht entschieden das Uebergcwicht erlangte. FabioColon na schrieb zwar noch in einer Schrift vom Jahre 1626 dieVersteinerungen der Noa h'schen Fluth zu; aber er wies durch ge-naue Beschreibungen nach, daß sie lebenden Thiercn müßten ange-hört haben. Er zeigte, wie in den Gesteinen Abdrücke der äußernForm der Muscheln, ferner innere Abdrücke oder Kerne, endlich auchdie Muscheln selbst vorkommen. Dann bewies er, daß einige dieserSchalthiere im Mecrwasscr, andere im süßen Wasser müßten gelebthaben. Der Däne Steno, der als Professor der Anatomie in