im Laufe der Erdbildung immer vollkommnere Wesen hervortraten,und daß die untergegangene organische Schöpfung sich der jetztbestehenden immer mehr näherte. In den obcrn Schichten, beson-ders in dem losen Gcrölle, kommen Knochen von Thicrgattungcnvor, die zu den ausgebildetsten der jetzigen Thierwelt gerechnetwerden müssen. Ihre Geschlechter sind zu zahlreich, als daß sie hierkönnten aufgezählt werden. Auch finden sich Reste von Thieren,besonders von solchen, die im Meere leben, die mit den jetzt nochfortbestehenden völlig übereinstimmen. Es ist aber sehr bemerkens-werth, daß die untergegangene Thicrwelt in nördlichen und südlichenZonen als identisch erscheint, und daß sie, nach Analogie der jetztbestehenden geschlossen, überall einem heißen Clima angehört.Nur in den neuesten Schichten kommen versteinerte Muscheln vor,wovon dieselben Arten noch in den benachbarten Meeren wohnen.In etwas ältcrn Lagern werden nur solche gefunden, deren Arten,wenn sie noch vorhanden sind, der heißen Zone angehören.
In den Geschieben, welche an der Erdoberfläche abgelagertsind, und in dem Schlamm, der sich in natürlichen Höhlen befin-det, kommen große Massen von fossilen Knochen vor, die größtcn-theils einer untergegangenen Thicrwelt angehören. Diese Geschiebe-Ablagerungen und Höhlen bildeten sich, als die jetzige Obcrflächcn-gestalt der Erde schon vorhanden war; viele Thatsachcn weisendieses überzeugend nach. Die Höhlen, von denen hier die Redeist, gehören alle dem Kalkgebirge an, in welchem sie wahrscheinlichdurch Auswaschungen entstanden. In unserer Nähe liegen dieSundwichshöhle, die Klütert, die Neandershöhle, das Hühnenlochund mehrere weniger bekannte Höhlen im Uebergangskalkstein. Dieenglischen Höhlen (Airle-I-iIe) liegen im Jurakalk, die GcilenreuthcrHöhlen im Dolomit, die Höhlen bei Montpellier im Grobkalk.Der Boden dieser Höhlen ist gewöhnlich mehrexe Fuß tief miteinem eigenthümlichen, zähen Schlamme bedeckt, und in diesem sinddie Knochen abgelagert. Cuvier und Buckland haben sich umdie Untersuchung, Vergleichung und Bestimmung dieser thierischcnUebecrestc große Verdienste erworben. Man hat bis jetzt 2 Artendes Megatheriuins, 5 Bären-Arten, 5 Arten von größern ThierendcS Katzengeschlechts, 7 Arten des Hundegeschlechts, 5 Hiänenarten,1V Hirscharten, mehrere Arten von Rhinoccros, Elephanten, Fluß-pferden ?c. bestimmt. Von Vögeln und Reptilien finden sich nurwenige Ueberrcste.
Die Knochen von Bären und Hyänen sind in diesen Höhlenbei weitem die vorwaltenden. Die Höhlen scheinen von diesenRaubthieren bewohnt gewesen zu sein, die dann andere Thiere alsRaub hineinschleppten. Freilich finden sich in einigen wenigenHöhlen auch bloß Knochen von Fleischfressern, die vielleicht stmAlter oder bei Krankheiten in ihnen Schutz suchten und starben.