der zu ihrer Bildung den ersten Anhaltspunkt dargeboten zu habenscheint.
Das Kreidegcbirge und seine vielen Versteinerungen sind sehrgenau untersucht worden. Es bedeckt das Becken von Paris undLondon, und bot am erstgenannten Orte dem rcichbegabten GeisteCuvicr's Reiz und Mittel, seine Untersuchungen über die unterge-gangenen Thicrgcschlcchter mit so glänzendem Erfolge durchzuführen.
Das Kreidegcbirge ist, wie schon bemerkt, sehr reich an Ver-steinerungen. Außer Resten von der Niedern Thierklasse, finden sichviele von Fischen, von dem Ungeheuern Mosasaurus, vom Crocodil.Von Psianzentheilcn, Blättern, Zweigen und von Holzstückcn, alsovon eigentlichen Landpflanzcn, finden sich viele Abdrücke und Verstei-nerungen. Von Vierfüßern findet sich hier keine Spur.
Die Gebirgsformationen von den Kohlen bis zur Kreide rechnetman zu dem eigentlichen Flötzgcbirge, welches auch wohl den Namensccundäres Gebirge führt. Die Schichten, welche über der Kreideliegen, rechnet man zum tertiären Gebirge, das man erst in neuererZeit der nähern Untersuchung für würdig gehalten hat. Diese Unter-suchung, von französischen Geognosten vorzugsweise angeregt, hataber schon zu sehr wichtigen Resultaten geführt. Cuvi er undBrongniart Habensich durch dieselben große Verdienste erworben.
In der Gegend von Paris hat man 5 Schichten über derKreide unterschieden. Die untere besteht aus plastischem Thon,Braunkohlcnlagern und Sandstein; sie ist eine Süßwasser-Bildung.Die zweite Schicht bildet den Grvbkalk, oder Ccrithcnkalk; sie hatsich im Meere gebildet. Die Dritte Schicht ist wieder im süßenWasser gebildet, nnd besteht aus kicscligcm Kalkstein, aus Gypsund Knochenlagern und aus Süßwasser-Mergeln. Die vierteSchicht ist wiederum eine Meerbildung, bestehend aus Mergel,Meersand, Sandstein und Kalkstein. Die fünfte Schicht endlichist wiederum eine Süßwasser-Bildung, die vorzugsweise aus denberühmten Mühlstcinlagern zwischen der Seine und Marne, und ausMergeln besteht. Man sieht also, daß in der Periode, in welcherdas Tertiär-Gebirge des Pariser Beckens sich bildete, die Gegend umherdreimal lange Zeit vom Meer übcrsluthct wurde, und dreimal ausihm hcrvortauchtc. Die Mächtigkeit dieser fünf Schichten beträgtgegen 500 Fuß.
Das Tertiär-Gebirge der übrigen Länder weicht in vielenStücken von dem hier beschriebenen ab. Es möchte bei unsererjetzt noch unzulänglichen Kenntniß dieses Gebirges schwer halten, all-gemein gültige Angaben über seine Lagerungs-Verhältnisse aufzustel-len. Auch mag die Verschiedenheit der Schichten, die über derKreide liegen, in den verschiedenen Gegenden so groß sein, daß sienicht unter einen allgemeinen Gesichtspunkt gebracht werden können.
Das Tertiär-Gebirge ist reich an Versteinerungen, und dieReste der organischen Welt, die es einschließt, zeugen davon, daß
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