— 18 —
dem Jurakalke, und gehen gegenseitig in einander über. Derlithographische Stein von Solenhofcn gehört zu den obern Schicktendieser Gruppe, so wie auch der in London häufig als Bausteinbenutzte Portlandstein. Die unterste Schicht besteht in einem aus-gezeichneten Kalkstcinlagcr, dem Lias oder Gryphitenkalke.
In unserer nähern Umgebung fehlt diese Gruppe von Gebirgsartenganz; auch sind keine Anzeichen vorhanden, daß sie in der Tiefesich vorfinde. In der merkwürdigen Kette des Teutoburgerwaldeskommt die Formation vor, in größerer Ausdehnung aber in demIura und den dieses Gebirge östlich und westlich begrenzendenLändern. Auch in England ist sie sehr verbreitet.
Zu den Zeiten, wo der Jurakalk sich ablagerte, hatte dieorganische Schöpfung schon einen höhcrn Charactcr angenommen.Es finden sich in dieser Gruppe Versteinerungen von Cycadccn,Koniferen und Liliacecn vor. Unter den zahlreichen Geschlechternder Mvlusken treten die Belcmniten und Ammonitcn in großerManchfaltigkeit auf. Das Geschlecht der Saurier, des Crocodilsund der Schildkröte hatte auch hier sein Fortbestehen. Und vonSäugethiercn findet sich im Oolithenkalk von Stoncsficld die ersteSpur (vi (I ei >>Il i« v n o ic 1.1 II,1 j). Eben so kommen in dieserFormation die ältesten Ueberrcste von Jnsecten vor.
Die Mächtigkeit dieser Formation kann durchschnittlich zu2000 Fuß angenommen werden.
5 5
Dem Jurakalk reiht sich der Altcrsfolge nach das Kreidcgebirqean. Außer der eigentlichen Kreide gehört zu demselben noch einmächtiges Mergelgcbilde, das meistens durch grüne Körner sehrstark gefärbt ist, und darum auch wohl Chloritmergel genanntwird; man nannte es auch Plänerkalk oder Quadersandstcin. InNorddcutschland, in Nordfrankreich und in Südengland ist dieseFormation sehr weit verbreitet. Die Mächtigkeit erreicht nur selten1000 Fuß.
DaS Ruhr-Kohlengebirge wird in der Gegend von Essen,Bochum, Dortmund, Unna vom Kreidegcbirge überdeckt, das sichin weiterer östlicher Erstreckung über Werl, Soest, Erwitte bisPaderborn an das Uebergangsgcbirge unmittelbar anlehnt.
Als die Kreide sich ablagerte, mußten alle weit verbreitetengewaltsamen Erdumwä'lzungcn schon beschwichtigt sein. Die Flötzeliegen in weiten Erstreckungen regelmäßig und in nur geringenNeigungen über einander. Man kennt in Westphalen ein ausge-zeichnet grünes Flötz von wenigen Fuß Mächtigkeit, an welches mandie Soolquellen gebunden zu sein glaubte, das meilenweit genaudasselbe Fallen und Streichen beibehält, wie dies durch Tagcbautcnund Bohrlöcher nachgewiesen worden ist.
Merkwürdig sind in der Kreide die Feuerstcinknollen, welche inziemlich regelmäßigen Schichten sich abgelagert haben. Sie um-schließen in der Regel als Kern irgend einen organischen Körper,