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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
Entstehung
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Wir haben hier drei Bestimmungen für die Erdabplattung,die auf sehr verschiedenem Wege gefunden wurden, und dennochwenig von einander abweichen. Legen wir der letztem Bestimmungeinen geringem Werth, als den beiden andern bei, so darf eine Ab-plattung von '/zyz für sehr genau gehalten werden. Diese Abplat-tung beträgt an jeder Seite des Erdkörpers nicht ganz 3 Meilen.

Nach den Ergebnissen der Gradmessungen beträgt

die kleine Erdachse 3216107 Toisen» große » 3271934 »

Ferner ist die Länge eines Meridiangrades unter der mittlemBreite I. in Toisen 37011,433284,831 cos. 2>> -l- 0,393 cos. 4 b 0,001 «WS. 6b; und die Länge eines Grades im vorbezeichnetenParallel 57133,885 cos. b 47,376 cos. 3b 0,059 cos. 3 b.

Die Beobachtungen, um die Erdgestalt zu bestimmen, haben zugleicher Zeit ein höchst wichtiges Resultat über die innere Structurder Erde gegeben. Sie haben nämlich nachgewiesen, daß die Schich-ten rund um den Mittelpunkt in symmetrischen Abständen von derErdachse nach allen Seiten gleiche Dichtigkeit haben müssen. Dennwäre dieses nicht der Fall; so hätten die Ablenkungen des Lothsbei den Gradmessungen, die Unregelmäßigkeiten in den Pendelschwin-gungen und in der Mondbcwcgung die dichtem Stellen nachweisenmüssen.

Die symmetrische Vertheilung der Erdmasse um ihre Achse her-um folgt auch aus einem andern Grunde. Wenn nämlich beiregelmäßiger Gestalt des Erd-Ellipsoids die Massen im Innern un-gleich vertheilt wären; so würde die Umdrchungsachse eine Schwan-kung haben, deren Periode einen Sterntag betrüge. Bon einersolchen Schwankung ist aber nicht die geringste Spur vorhanden,und sie würde bei astronomischen Beobachtungen bemerklich werden,wenn sie nur einen geringen Bruchthcil einer Bogcn-Secunde aus-machte. Daraus folgt der obige Satz mit mathematischer Evidenz.Freilich sind kleine Schwankungen der Erdachse vorhanden; diesehängen aber von der Attraction ab, welche besonders der Mond aufdas Erd-Ellipsoid ausübt, so daß ihre Periode genau mit der desMondlaufs, nicht aber mit der Rotation der Erde, correspondirt.

Eine andere Frage ist es aber, ob die Dichtigkeit von der Ober-fläche nach dem Mittelpunkte der Erde zu dieselbe bleibt. Auch dieseFrage ist durch genaue Untersuchungen genügend beantwortet. Eskommt hier nämlich vor Allem darauf an, die mittlere Dichtigkeitder ganzen Erdmassc zu bestimmen. Die ersten Untersuchungen dar-über fallen in das Jahr 1774, und wurden von Maskelync undHutton mit großer Sorgfalt und Anstrengung ausgeführt. Manbeobachtete die Ablenkungen des Loths, welche durch den einzeln ste-henden Bcrgkegel Shehallien in Porthshire bewirkt wurden, undberechnete daraus das Bcrhä'ltniß der Erdmassc zur Bcrgmasse.Man fand nach den mühsamsten und genauesten Erörterungen dieDichtigkeit der Erde --- 4,7. Cavendish untersuchte kurz nachher