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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
Entstehung
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Und zwar bildet jeder Erdmeridian eine so vollkommene Ellipse,daß die von den Messungen nachgewiesenen Abweichungen von dieserLinie nur localcn Ursachen zugeschrieben werden können.

Die Erde schwingt sich in einem Sterntage um ihre Achse.Die Kraft des Schwunges, die der Schwere entgegen wirkt, mußum so größer sein, je weiter die Erdoberfläche von der Achse absteht.Aus diesem Grunde ist die Schwere eines Körpers unbeträchtlicheram Acquator als am Pole. Aber auch noch aus einem andernGrunde nimmt die Schwere nach dein Pole hin zu. Weil nämlichdie Erde abgeplattet ist, so nähert man sich vom Aequator nach demPole zu gehend dem Mittelpunkte der Erde um den ganzen Betragdieser Abplattung. Und je näher man dem Erdmittelpunkte kommt,desto stärker wirkt die Anziehungskraft der Erde. Die Schwere-Zunahme der Körper kann vermittelst einer gewöhnlichen Wage nichtgefunden werden, weil die Körper in beiden Wagschalen gleich starkihr Gewicht ändern. Aber es wirkt die Aenderung der Schwereauf die Pendelschwingungen. Die Schwingungen werden rascher,wenn die Schwere wächst. Man ersieht hieraus, daß aus Pendcl-beobachtungen in verschiedenen Breiten die Erdgestalt bestimmt wer-den kann. Die genauesten neuern Beobachtungen hat CapitainSabine, dem die englische Regierung bloß für diesen Zweck einSchiff ausrüstete, vom Aequator an bis zum 8t). Grade nördlicherBreite in kfl Stationen angestellt, zu denen noch 6 Stationen aufdem Meridian der französischen Gradmessung, wo von Pariser Aca-dcmikern beobachtet wurde, hinzugerechnet werden müssen. Auf dersüdlichen Halbkugel ist von dem Capitain Freycin et in 8 Stationenbis zum 52. Breitengrade beobachtet worden. Die genaue Berech-nung dieser Beobachtungen weiset für beide Halbkugeln die gleicheAbplattung von nach. Die Abweichungen, welche vorkommen,sind auch hier wieder so unbedeutend, daß sie nur geringe Unter-schiede in der Dichtigkeit der Erdringe zunächst der Oberfläche sonachweisen, wie sie durch Heognoftische Untersuchungen des Bodensan den verschiedenen Stationen bestätigt werden. Später hat Ca-pitain Lütke in 9 Stationen auf der südlichen und nördlichenHalbkugel Pendel-Beobachtungen angestellt, die sehr genau zu seinscheinen. Sie geben die Abplattung der Erde etwas stärker an,als sie aus den Beobachtungen von Sabine und Freycinet be-rechnet worden ist.

Der Mond hängt in seiner Bewegung um die Erde von derAnziehung, welche die Erde auf ihn ausübt, ab. Bliebe der Mondin seiner Bewcgungs-Ebene senkrecht über dem Erd-Aequator; sowürde es für seine Bewegung gleichgültig sein, ob die Erde eineKugel oder ein Ellipsoid sei. Es vechält sich aber die Sache an-ders, da der Mond sehr bedeutend bald nördlich bald südlich vomAequator steht. Es müssen sich also im Mondlaufe kleine Ungleich-heiten zeigen, die von der ellipsoidischen Gestalt der Erde abhängen.Laplacc hat zwei solcher Ungleichheiten nachgewiesen, und berechnetaus beiden die Erdabplattung sehr übereinstimmend zu '/zos-