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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
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Fächer Licht zu verbreiten; so ist cS nicht zu verwundern, daß dieGeognosie erst in unfern Tagen zum Range einer fest begründetenWissenschast empor gehoben worden ist.

Wenn die Bildung des Erdkörpers richtig bcurtheilt werdensoll; so ist es anrä'thlich, sich vorab mit allen Thatsachcn bekanntzu machen, welche im Laufe der Jahrhunderte mit großer Anstren-gung und Aufopferung von den Naturkundigen über das Bestehendeauf der Erde sind erforscht und gesammelt worden. Nur auf diesemWege verschafft man sich ein sicheres Fundament, auf welchem dasLehrgebäude der Geologie kann aufgebaut werden. Ich werde darumauch im ersten Thcile meiner Abhandlung in kurzer Abfassung, undso weit unsere Kenntnisse reichen, die Constitution des Erdkörpersdarzustellen suchen.

Im zweiten Thcile will ich versuchen, die Geschichte der mensch-lichen Meinungen über das Innere und die Bildung der Erde imkurzen Abriß zu erzählen. Es scheint, als ob eine solche geschicht-liche Darstellung einiges Interesse in Anspruch nehmen dürste. Esgewährt nämlich einen eigenthümlichen Reiz, von der Höhe der sicherbegründeten Wissenschaft auf die ersten Versuche, die gemacht wurden,diese Höhe zu ersteigen, herabzusehen. Es schlängeln sich die Pfadeunten "im Thale bald durch anmuthige Auen, durch schattige Ge-büsche, bald gehen sie über schroffe Klippen hin; sie durchkreuzensich auf die manchfachste Weise; sie nähern sich dem Ziele, undentfernen sich wieder von ihm. Man sieht es, wie der eine Wanderermehr die Phantasie, der andere den Geist, der dritte die Pfade oderden Wink und Zuruf Anderer zum Führer wählt. Sie bliebenin der Irre, weil die Berghöhe mit dichtem Wolkenschleicr verhülltund von den Suchenden durch eine tiefe Kluft getrennt war, überdie erst eine Brücke geschlagen werden mußte, bevor sie zum Fußedes Berges gelangen konnten. Vor und nach aber machte mansich mit den untern Regionen genauer bekannt, man vermied immermehr die Irrwege, man drang zu dem wahren Ziele näher hinan.Die Verirrungen des Einen halfen dem Andern den rechten Wegfinden. Kräftige Naturen, mit Geschick begabt, vielleicht auch vonglücklichen Umständen begünstigt, fanden und bahnten neue Pfade,drangen höher empor. Man brachte System und Methode in dieneuen Bestrebungen, man vereinigte sich zu gemeinschaftlichen An-strengungen, wo die Kraft des Einzelnen nicht ausreichen wollte.So erreichte man die Höhe, auf welcher in unfern Tagen die wis-senschaftliche Erkunde steht. Auch darin schließt sich die Geognosieder Astronomie an, daß die Geschichte beider Wissenschaften in jederneuem Periode neue Fortschritte nachweiset, und dadurch das wohl-thuendc Gefühl erweckt, welches bei der Betrachtung des stetigen Fort-schreitns der Menschheit, einem höhern Ziele zu, in uns rege wird.

Der dritte Theil wird endlich der Darstellung des nach demStandpunkte unserer gesammten Naturkenntnissc wahrscheinlichstengeologischen Systems gewidmet sein.