Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
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Q u i

Wegen der sehr guten Harmonieaber, die dieses Intervall sowol mitdem Grundton, als seiner Octavehat, vertragt es auch keinen merk-lichen Mangel; das ist, die Quintelndet nicht, daß ihr an ihrer reinenStimmung etwas merkliches fehle. *)Eine Quinte, die schon um das ge-meine Commatz?zu tief ist, hat schoneine zu merkliche Uuvollkommcnheit,da doch die Terzen diesen Mangel oderUcberfiuß noch gut vertragen.")

Weil nun unser diatonisches Sy-stem so eingerichtet seyn muß, daß je.> der der verschiedenen Tone der Octavezu einem Grundton muß können ge-nomine» werden, der so viel möglichseine reinen Consonanzen habe: so warbey der Einrichtung des Systems vor-nehmlich darauf zusehen, daß jederTon seine ganz reme, oder doch bey-nahe ganz reine Quinte bekomme.Denn ganz vollkommen rein könnennicht alle Quinten der zum Systemgehörigen Tone seyn: weil sonst dieOctavcn, die absolut rein seyn müs-sen, mangelhaft werden würden, f)Aus diesem Grunde habe ich in ge-genwartigem Werke das System nachder Kirnbcrgerischen Temperatur al-len andern vorgezogen; weil darinl von den zwölf Tönen, neun ihrej ganzlich reinen Quinten haben; eineso nahe rein, daß kein menschlichesOhr einen Mangel darin zu empfin-s den vermag; so daß überhaupt nurzwey temperirte Quinten darin vor-kommen, denen es aber an der ganz-liehen Reinigkeit bey weitem an kei-nem Comma von fehlet. DieseVollkommenheit habe ich in keinemandern System cntdeket; es sey denn,daß man zugleich gar zu viel sehrunreine, folglich unbrauchbare Ter-zen zulassen wolle, vermittelst wel-cher alle Quinten beynahe ganz reinerhalten werden können. Unter den

') S, Cenlonanz l Th. G. 574-") S. Reim.

5 S. Temperatur.

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ältern Tonarten, die man noch inKirchenstüken nach der alten Artbraucht, konnte der Ton kl gar nichtals ein Grundton gebraucht weroen,weil ihm die Quinte ganz fehlte.Denn das Intervall kl-k oder diedem kl zugehörige Quinte, dessenVerhaltniß ist- macht eine schwereDissonanz aus, die um einen halbenTon von der Quinte abweicht, folgalich gar nicht als Quinte gebrauchtwerden konnte. Daher hat auch die-ses Intervall den Namen der falschen(Uuinte bekommen, wovon wir her-nach besonders sprechen werden.

Die Quinte kann also nicht, wiedie Terzen und Sexten, groß oderklein seyn; nur in einem einzigen be-sondcrn Falle hat ein consonirendcrDreyklang eine kleine cUuinre; ihrUrsprung, und warum sie als eineConsonanz kann gebraucht werden,wird an einem andern Orte*) erläu-tert, und wie sie von der falschenQuinte zu verscheiden sey, im Artikelfalsche Gninte deutlich gezcigct-'er-den.

Die Quinte hat ihren eigentlichenSitz in dem Dreyklang. Denn dieQuinte, welche in dem Q"intsext-accord vorkommt, ist eigentlich alseine Septime anzusehen, wie ausdem Artikel über diesen Accord zusehen ist. Wegen der sehr befriedi-genden Harmonie der Quinte, gegenden Grundton, gilt auch, wiewol ineinem etwas geringem Grade, vonihr, was wir von der Octave ange-merkt haben, daß man sie in der ober-ste» Stimme mitten im Zusammen-hang melodischer Satze nicht so oft,als weniger consonircndc Intervalleanbringen könne. **)

Weil die Quinte nach der Octavedie vollkommenste Harmonie hat, sosind auch in der Fortschreitung desBasses die Sprünge, da die StimmeBbb Z um

S.Wccmindcrtcr Drcvklang.

") S. Octave.