Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
739
Einzelbild herunterladen
 

Pr »

ein Profil genennt. Wenn zumBe>)>'piel in den Figuren der Artikel:Attischer Säulenfuß, und Ge,bälke, blos die Unirisse blieben, alleQuerstriche aber ausgelöscht wür-den, so würden diese Zeichnungendie Profile des attischen Säulen-fußes und eines jonischen Gebälkesvorstellen.

Die Profile der Säulen, und al-ler mit Gliedern verzierten Theile,zeigen am deutlichsten die Höhen undAusladungen der Glieder, und de-ren Verhältnisse unter einander an.Ein beträchtlicher Theil der Schön-heit der Verzierungen hängt unstrei-tig davon ab, daß die Profile gutins Auge fallen; und an den Pro-filen der Gesimse und ganzer Ge-bälke kann man gar bald wahrneh-men, ob ein Baumeister ein em-pfindsames Auge für gute Verhält-nisse habe, oder nicht *). Es ist da-her angehenden Baumeistern sehrzu rathen, daß sie sich in aufmerk-samer Betrachtung der Profile oerberühmtesten Meister sehr fleißigüben, auch andere von schlechtenBaumeistern dagegen halten, um ihrAuge an die besten Verhaltnisse zugewöhnen.

Prologus.

(Dramatische Dichtkunst.)

Eine Art Vorrebe, die vor derComödie an die Zuschauer gehal-ten wird. Plautus und Zercnz ha-ben sie vor ihren Comödien. Jenerläßt insgemein etwas über den In-halt und die Beschaffenheit desStüks sagen, und seine Prologensind durchgehends sehr lustig. Bis-weilen aber fallen sie stark ins Pos-senhafte. Tcrenz ist meist ernsthaft,und vertheidigct sich, oder sein Stükin dem Prologus. Aristophaneshat gar keine Prologen. Auch vorden Trauerspielen der Alten fin-

') S. Glieder.

Pro 7Z9

den wir keine eigentliche Prologen.Aristoteles aber spricht von demPrologus des Trauerspiels, als voneinem wesentlichen Theil desselben;aber er versteht etwas ganz ande-res darunter, als die Prologen derlateinischen Comödie sind. Euripi-des hat zwar seinen Trauerspielenkeine förmliche Prologen vorherge-hen lassen, öfters aber vertritt dieerste Ecene die Stelle eines Prolo-gen , darin etwas von dein Inhaltdes Trauerspiels dem Zuhörer zurNachricht gesagt wird. Und da dieseAuftritte eigentlich schon zur Hand-lung selbst 'gehören, so sind sie bis-weilen etwas unnatürlich.

Auf der englischen Schaubühneist es gewöhnlich, daß jedes Dramaseinen besondern Prologus hat, deninsgemein ein Freund des Verfassersmacht, um die Zuschauer in guteGesinnungen für ihn, ober für'seinWerk zu setzen. Auf der deutschenund französischen Bühne sino diePrologen unbekannt.

Von den Prologen handeln: Aubignac,im ilen Kap. des zlen Buches s. ?r»r. cluVdesri-t-, S. >4Z. Ausg. v. >715. ZL.GuaSrio, im ite» Th. des zten Bds.S. zi?. und im aten TH. eben dieses Ban-des , S. 157 >. 8eol-jz c liag. Cail«hava, im StenKap. dcö iten Buchess.-^rr «je Iz Lorncäie, Vd. 1. S. >17,Ausg. I>. >77».> C. F. Cramer (lie-ber den Prolog , Lechz. 1776. 8. und imiten Jahrg. s. Magazines der Musik, S.6c >z. Auch gehört hicher noch das ?teSt. der Lessingschcn Dramaturgie unddas englische Schriftchen! Qn rbe ?rol.» ttpiloguez noc äeliverest, I.onll,1768. 8-

Sammlungen von Prologen:

dluovu pesro cli ?roIc>Adi cli Liov. I).

. . . Ven. l6c>6. 4. (Essind deren 6z; aber nur - in Versen )-- 'I'be Lourr ot l'belpch, I,. 1770.8. '> juvenile Kolclu5, or Spouter's

A <l <5 S Amu-