Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
732
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«SN H. P. Schct.lig zu erwarten. (S.

Wft.O.Bibl.Bd.sz.S.Siz.)

llebrigcns versteht es sich von selbst,daß hier keineswcaeS alle Werke < welcheSammluneen von Bildnissen enthalten,angeführt worden find. Die Zlnzahl der-selben ist so groß, daß, wie bereits Hr.v. Hcinccke bereits bemerkt hat, ein Ver-zeichnis derselben einen ganzen Band fül-len würde. Es gehören ncihmlich sehrviel allgemeine historische Werke, Samm-lungen von Lebensbeschreibungen, Zeit-schriften u. d. m. dahin. Noch wenigerhaben alle cinzcle, in Holz oder Kupfergebrachte Bildnisse, so viel cinzelc vor-teefliche Kunstwerke darunter sich auch be-finden, angezeigt werden können. Dervorher angeführte Hr. Schctelig hat de-ren 2looo zusammen gebracht; und cSist nicht wahrscheinlich , daß seine Samm-lung ganz vollständig ist. Indessen.gen, wenigstens die vorzüglichsten Künst-ler, die, in den verschiedenen Manierender Knpfcrstecherkunst, dergleichen Müt-ter geliefert haben, hier stehen, als Edc--lingk, Drevct, Schmidt, Poilly, Wille,Simling, St. Äubin, Balecyou, Barto-lozzi, I. G.Müller, Figuct, Savart,Gaulle, Banse, Beauvarlet, Schuppen,Bervic, Bvnlangcr, Carmonn, Kohl,Äathclin, Chcreau, Chcvillet, Marccna»,Delphins, Masson, Houbracken, Gau.cher, Heinzelmann, Gcyser, Bart, Ki-lian, Hollar, Mellan, Tardieu, Nata-lis, Pitau, Preislcr, Rvnllet, die Sadclcr,Gchinuher, Strange, Schulze, Suiderhof,Moria, Eorn. Bischer Smir, Green,Farlom, I. Haid', El. Haid Carvl.Watson Jcanninet, Desmarteau,Krancois u. v. a. m. >

P o ß i r l i ch.

(Schöne Künste)

Es kommt mir vor, als wenn diemeisten Menschen zwischen würkli-chen Possen und dem Poßirlichcn ei-nen Unterschied machten, und unterdem letztern Namen ein gewissesniedrig Lächerliches verstehen, dessen

Gebrauch nicht ganz aus den schö-neu Künsten zu verbannen ist, dadie Possen darin durchaus nirgend zudulden sind. Diese sind Bestrebnn-gen der niedrigsten Narren, denenes an allem Witz und an aller Ur-theilskraft fehlet, durch übertrie-bene Ungereimtheiten lachen zu ma-chen. Wenn aber niedrige Men-schen, deren ganzer Gesichtskreisnicht über das hinaus reicht, wasdie unterste Classc der Menschen siehtund weiß, in ihrer Einfalt, es seyaus Laune, oder aus Unwissenheit,lächerliche Dinge thnn, oder spre-chen, die ihnen natürlich sind, somochte dieses nngcfchr so etwasseyn, das man poßirlich nennt.Dieses Poßirliche auch von witzigenKöpfen zur rechten Zeit nachgeahmt,wäre also das, was in den schönenKünsten zu brauchen seyn möchte.Ein poßirlichcr Kerl war unstreitigSancbc» Pansia; und ich denke, eswerde kein Mensch von Geschmaksich scheuen, zu gestehen, daß diesertreffliche irrende Stallmeister ihmbeynahe so viel Vergnügen gemachthabe, als sein Herr selbst.

Wir können zum Poßirlichcn auchdie Carricatnrcn, und was ihnenahnlich ist, rechnen; wo natürlicheins Seltsame fallende Fehler aufeine geistreiche Art etwas weiter ge-trieben, und in ein helleres Licht ge-setzt werden.

Man kann von dem Poßirlichcneinen doppelten Gebrauch machen;denn es dienet entweder bloszurBe«lustigung. oder zur Verspottung ge-wisser ernsthafter Narrheiten. Diees zur ersten: Absicht brauchen wol-len , haben doch dabei) zu bedenken,daß das, was man eigentlich Be-lustigung und Ergötzlichkcit nennt,von verständigen Menschen nie alsein Hauptgeschäffte, oder eine Haupt-angelegcnheit, betrieben werde. Sieist als eine Erfrischung des Ge-müths, das durch wichtigere Ge-

schäffte