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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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geben. Catos Tugenden sind durchdie Erziehung und die Uebung nichtso tief in das Gemüth der Zuschercingcdrükt, daß die Leute sich inseinen Charakter versetzen, und siefür mehr als Kunst, für Geschenkeder Natur ansehen könnten. Fürheutige Seelen haben sie ein widri-ges zurükstoßendes Aussehen; siesind aufgedunsen und übertrieben,ekig und steif. Dieser Mann erfülltedie Pflichten gegen den Staat mitso viel Eifer, daß man ihn nicht zudem Consulat erheben durfte, ausFurcht, er möchte in diesem crhabc-nen Amte gar zu viel Gutes thun.Er sollte gewissen Grazien mehr ge-opfert haben, welche ihn gelehrt ha-ben sollte», dem Laster sanfter undehrerbietiger zu begegnen. OhneZweifel wäre er mit einer von CäsarsGrazien Consul geworden, und aus-gelassene Begierden waren unter sei-nem Consulat so sicher gewesen, alsunter Cäsars.

Polonoise.

(Musik; Tanz.)Ein kleines Tonstük; wonach in Po-len der dortige Nationaltanz getanztwird, das aber dort auch vielfaltigin Concerten unter andern Tonstü-kcn vorkommt. Es ist in H Takt ge-setzt, und besteht aus zwey Theilenvon 6, L, lO und mehr Takten, diebeyde in der Haupttonart, die im-mer ein Durton ist, schließen. Manhat in Deutschland Tanzmelodien,unter dem Namen Polonoiscn, de-ren Charakter von den eigentlichenPolonoisen, so wie sie in Polen ge-macht und geliebt werden, völligverschieden ist; deswegen sie von denPolen gar nicht geachtet werden.Ich will den Charakter der wahrenPolonoise, so wie er mir von einemgcschikten Virtuosen, der sich langin Polen aufgehalten hat, beschrie-ben worden, hiehcr setzen.

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Die Bewegung ist weit geschwin-der, als sie in Deutschland vorgc-tragen wird. Sie ist nicht völligso geschwind, als die gewöhnlicheTanzmenuet; sondern ein Mcnuet-tentakt macht die Zeit von zweyViertel eines Polonoiscntaktes aus,so daß eine Mcnnct, deren ersterTheil von 8, und der zwcyte von «6Takten wäre, einer Polonoise, de-ren erster Theil von 6, und der zweytevon lo Takten ist, der Zeit nachgleich ist. Sie fangt allezeit mitdem Niederschlag an. Der Schlußeines jeden Theilcs geschieht bei) deinzweyten Viertel, das von demuucouio mocli vorgehalten wird,nchnilich so:

oder

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Dieser Tanz hat viel Eigenthümli-ches in seinen Einschnitten, im Me-trum, und in seinem ganzen Cha-rakter. Die Polonoisen, die vondeutschen Componistcn gesetzt und inDeutschland bekannt sind, sind nichtsweniger, als wahre polnische Tanze;sondern werden in Polen unter demNamen des Deutsebvolnischen allge-mein verachtet. In einer ächtenPolonoise sind niemals zwey Sechs-zehntcl an eine Achtelnote angehängt,auf folgende und ähnliche Art:

Und dieser Gang ist der deutschenPolonoise eigenthümlich. Eben sowenig vertragen die Polen folgendehalbe Cadenz.

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sondern ihre h ssbe Cadenzcn sind auffolgende, und ähnliche Art: