Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
679
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Per

dem Gemahlde Gegenstände auf, andenen solche Parallellinien anzutref-fen stnd, z. E. Gebäude, gerade Al-leen u. d. gl. In unserer Zeichnungfinden sich verschiedene Gegenstände,die gewiß Parallellinien zeigen, alsder Garten,, der verschiedene Gängehat, davon einige, wie man mitziemlicher Gewißheit sehen kann, pa-rallel neben einander laufen. Setzetman ein Lineal nach der Richtungzwei) solcher Gänge an, so findetman, daß diese Richtungen in ei-nen Punke zusammen laufen. Aufdiese Weise wären hier, wenn auchdie Luft nirgend bis an den Hori-zont.giengc, die zwei) Punkte desHorizonts IZ und l), folglich die ge-rade Linie ö v, oder der Horizontselbst zu finden.

Nun ist auch nothig, daß man denAugenpunkt in dem Horizont entdeke.Gemeiniglich wird er mitten in demHorizont, von beyden Seiten desEemähldes gleich weit entfernt ge-nommen *). Doch ist er in unsererZeichnung nicht in der Mitte zwischenÄ und tZ, den äußersten Enden derZeichnung. Um ihn zu entdeken, be-denke man, daß, imch den obigenRegeln, jede Linie, die die Grundli-nie des Gcmahldes im rechten Winkeldurchschneidet, wenn sie unendlichverlängert wird, in den Augenpunkttrifft. Es kommt also darauf an,daß man in dem Gemählde eine solcheLinie entdeke. In unsrcr Zeichnunggicbt der Thurm L sie an. Es istleicht zu sehen, daß seine vodereSeite der Grundlinie parallel laufe.Da er nun vierekig ist, und ohneBedenken angenommen werden kann,daß die Seitcnmaucrn mit der Vo-derseite rechte Winkel machen: sowird die Richtung der schattirtcnSeite des Thurmes auf der Grund-linie perpcndicular stehen; folglich,wenn man sie verlängert, in den Au-

S. Augenpunkt.

Per 6?s

genpunkt treffen, der also hier imPunkt O ist.

Hätte hier der Thurm zur Bestim-mung des Augenpunkts gefehlt, sohätte man auch die hinter dem Thurmin der Ferne stehenden Häuser zu dem-selben Endzwek brauchen können.

Nachdem man den Horizont undden Augenpunkt darin gefunden hat,ist nun drittens auch die Entfernungdes Auges von der Tafel ausfündigzu machen. Das Auge steht demPunkt 0 gegenüber, daß die ausden: Auge nach 0 gezogene geradeLinie perpcndicular auf der Flachedes Gemahldes steht; wenn mandemnach aus dem Punkt O die Linie0»' perpendicular auf den Horizontzieht, so ist sie die Linie der Richtungdes Auges, und irgend ein Punkt indieser Linie muß die Entfernung desAuges anzeigen.

Um nun diesen Punkt U für unsereZeichnung zu finden, müssen wiruns erinnern, daß, wenn die beydenSchenkel eines perspektivischen Win-kels bis an den Horizont verlängertwerden, die beyden Punkte, wo sieden Horizont durchschneiden, in demwahren Winkel ins Auge fallen, derdas Maaß des perspektivische» Win.kcls ist. Nun haben wir vorher ge-sehen, daß die Voder- und Sciten-wand des Hauses L in einein rechtenWinkel auf einander treffe». Danun diese Seiten, bis an den Hori-zont gezogen, diesen in den PunktenO und IZ durchschneiden: so muß dasAuge nothwendig so gesetzt werden,daß die von diesen beyden Punktenins Auge gezogenen geraden Linienim Auge in einem rechten Winkelaufeinander stoßen. Und eben diesesmuß auch unten auf der Grundflachegeschehen. Deswegen muß der PunktU so genommen werden, daß die Li-nien 0 ? und lZ? in ? senkrecht aufeinander treffen. Um also den Punkt? zu finden, theile man die Linie l) Lin zwey gleiche Theile, und aus dem

Uu 4 Punkt