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strengem, oder freyern Nachahmun-gen wiederholt werden können. Denndergleichen Nachahmungen haben al-le gute Meister in Ouvertüren immerangebracht, Mit mehr oder wenigerKunst, nachdem der Anlaß zur Ou-vertüre wichtig war. Die Haupt-noten sind mcistentheils punktirt,und im Vortrag werden die Punkteüber ihre Geltung ausgehalten.Nach diesen Hauptnoten folgen mehroder weniger kleinere, die in deräußersten Geschwindigkeit, und, soviel möglich, abgestoßen müssen ge-spielt werden, welches freylich, wenn10, 12 oder mehr Noten auf ei-nen Vierteltast kommen, nicht im-mer angeht.
Zuweilen kommen mitten unterdem feurigsten Strom der Ouver-türe etliche Takte vor, die schmei-chelnd und piano gefetzt sind, wel-ches sehr überraschend ist, und wo-durch hernach die Folge sich wiederdesto lebhafter ausnimmt. Gar oftwird dieser Thcil in einzelen Stel-len fugirt. Zwar nicht wie dieformliche Zuge, daß nothwcndigalle Stimmen nach -einander eintre-ten: dieses geschieht wol bisweilenin sehr kurzen Sätzen, von einem,oder einem halben Takt; sondern so,daß der Hauptsatz, oder das The-ma bald in der Hauptstimme , baldim Basse vorkommt. Dieser ersteTheil schließt , wenn er in der gros-sen ToNart ist , insgemein in dieDominante; in der kleinen Tonartgeschieht der Schluß auch wol in die
Medianer.
Hierauf folget eine wolgearbeiteteFuge, welche in Bewegung undCharakter allerlei) Arten von Bal-letten und TanzmclodicN ahnlich scynkann. Nach der Fuge kommt zu-
weilen noch ein Anhang von etli.chen Takten, der wieder in derTaktart des ersten Theils ist, wo.mit die ganze Ouvertüre, wenn siezu einer Oper, oder andern großenGelegenheit dienen soll, sich endiget.Wenn man aber die Ouvertüre fürConccrte macht, wo sie unter an-dcrn Gattungen der Instrumental-musik oder Singstäke vorkommt,folgen nach der Fuge die meistenArrcn der Tanzmelodien. Derglei-chen Ouvertüren sind zuerst vonÄ-ülli als Einleitungen in dicBallettegemacht worden. Daher wurdenhernach solche Tanzmclodien, ohneRüksieht auf das Tanzen, folglichauch weit langer als die gewohnli.chen, in diese Art der Ouvertüre cin-geführet.
Die Ouvertüren sind in den neuernZeiten selten geworden; weil sowoldieFuge, als die verschiedenen Tanj-melodicn, mehr Wissenschaft, Kennt,stiß und Geschmak crfodcrn, als dergemeine Haufe der Tottsetzer besitzet.Hierdurch aber ist der gute Vortrag,der jedes Stük von dein andern un-terscheiden sollte, und zu dessen Ue-bung die Ouvertüren sehr vortheil«Haft waren, an manchem Orte sehrgefallen.
Im vorigen Jahrhundert hat mandie besten Ouvertüren aus Frank-reich erhalten, wo sie, wie gesagtworden, zuerst aufgekommen sind.Nachher wurden sie auch ander-wärts nachgeahmt, besonders inDeutschland, wo, außer dem gros-sen Bach, noch andre seines Na-mens, ingleichen Handel, Fasch inZerbst, und unsre Heyden Graun,besonders aberTeleman sich hervor-getban haben.
P.