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lig wird sie vielfältig zu Kirchen ge-braucht; sie schikct sich auch zu Lust-hausern großer Herren, und zu scho-nen Landhäusern.
Dieses sind die verschiedenen Cha-raktere der drei) niedrigen Ordnun-gen. Die Römische, von den zweyhöhern die erste, erweket das Gefühleiner anfchnlichcn, schlanken, schö-. ncn, aber noch nicht in allem Reich-thniii des Putzes und der Zierlichkeiterscheinenden Gestalt. Der Knauffder Säule hat zwey über einandersiehende Reihen von schönem Laub-werk, und an den Ekcn SchnekeNnach jonischcr Art. Ueber dem Frieserscheinen mit Laubwerk ausge-schnitzte Sparrcnköpfe. Durchaushat sie mehrere und feinere Gliedervon mannichfaltigcrer Form, alsdie vorhergehende. Sie schiket sichnur zu ganz großen öffentlichen Ge-banden, die sich durch edle Pracht,aber noch nicht durch den höchstenGrad der Zierlichkeit auszeichnensollen; zn Hauptkirchen in großenStädten, Zu hohen Triumphbogen,und zu Palasten der Landesherren,und öffentlichen Nationalgcbäuden.Man muß doch gestehen, daß derKnauff der römischen Säule, ob ergleich sonst ziemlich gut das Mittelzwischen der schönen Einfalt des jo.nifchcn, und der höchst zierlichenSchönheit des corinthischen halt,noch etwas Schwerfälliges habe,welches vermuthlich die Ursach ist,warum einige Neuere wenig daraufhalten.
Die corinthischc Ordnung verbin-det mit einem hohen und schlankenAnsehen den Rcichthum der Prachtund Zierlichkeit. Der Knauff derSäule pranget mit drey übereinan-dcrsichendcn Reihen des schönstenLaubwerks, das in der Natur zu se.hen ist, aus dem sich unter dem De-kcl viele in Schnckenform gewundeneAuswüchse der Stiele, paarweisheraus drängen. Ueber dem Fries
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stehen schön geschnitzte Dielen - undSparrcnköpfe hervor; überall istn nchrReichthum und Mannichfaltsisteitder kleinem Glieder, als in ailSernOrdnungen. Da sie die höchste undzugleich am reichsten ausgeschmükteSchönheit der Baukunst enthält, soschiket sie sich auch nur für dir Ge-bäude, sie seyen groß oder klein, wel-che eine festliche Pracht, aber mit et-was Verschwendung vertragen; dennwo noch etwas Ernsthaftes sum Cha-rakter des GebaudcS gehöret, dascheinet diese Ordnung schoi l zu vielgcschmüktes zu haben. Aus diesemGrunde scheinet sie für Kirc Heu sichwenigerzuschiken, als die bescheidenejonische Ordnung. Wenn man ei-gene geistliche und weltliche szebäudefür die Feyer der höchsten Freuden-feste hätte, so würde sie sich a m bestendazu schiken. ZuOpernhäustrn,undinnerhalb zu großen Audienz-undFcst-sälen der Monarchen, auch überall,wo die Phantasie a.n höchsten zu rei-zcn ist, ist sie vorzüglich schiklich.
Man findethäufig, daß auch schondie alten Baumeister, wie die meistenneuem auch thuN, dem Charakterder Ordnung, die sie gewählt haben,nicht allemal getreu bleiben, sonderneinzele Theile aus einer Ordnung ineine andere übertragen. So findetman den attischen Säulenfuß unterjonischcN und corinthischen Säulen,und der Kranz ist manchmal in derjonischen Oronnng eben so reich, alsin der corinthischen. Dielen- undSparrcnköpfe, nach einerlei) Art ge-formt, und Zahnschnitte findet manohne Unterschied in allen Ordi umgen,außer der toscamschen, webhe sehrselten gebraucht wird, so Uaß garoft eine Ordnung sich allein durch denKnauff der Säulen erkenne!i läßt.Wäre es nicht weit besser, we Nn alleBaumeister, wie GolömauU, fürjede Ordnung in jedem Hm. ipttheiletwas bestimmt charakteristisches an-nähmen; so daß man'schon aus je-dem