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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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haben, bauten ihre Tempel und an-dere öffentliche Gebäude so, daßmeist allezeit die Thcile, welche Un-terstützung nöthig haben, durch eineoder mehrere Reihen von Säulen,an den Außenseiten oder inwendig,getragen wurden. Nach dem Cha-rakter und dem Eeschmak, der indem Gebäude herrschen sollte, wa-ren die Säulen von besonderer Form,von besondern Verzierungen undVerhältnissen, und nach Verschie-denheit der Säulen wurden auch dieüber die Säulen gelegten Thcile,die man das Gebälk nennt*), inWcrhaltniß und Verzierung abge-ändert. Die besondere Art derSäule und des dazu gehörigen Ge-bälkes ist das, was man eine Säe,-lcnordnung, oder schlechtweg eineGrdiiemg nennt. Zu einer solchenOrdnung gehöret also die Säule,und das über ihr liegende Gebälke,welches für jede besondere Art derSäule auch eine besondere Beschaf-fenheit hat, wodurch sich, so gut alsdurch die Säule selbst, jede Ordnungvon den andern auszeichnet.

In der neuern Baukunst werdenüberhaupt viel weniger Säulen andie Gebäude gesetzt, als in der altenBaukunst gebräuchlich gewesen;, undman sieht itzt keine Gebäude mehr,die, wie viele griechische, ringsherummit einer, oder wehr Reihen vonSäulen umgeben wären, wo nichtetwa zur Seltenheit ein Lustgcbäudenach antikem Geschmak im Kleinenaufgeführt wird. Doch ist selten einPallast, eine große Kirche, wo nichtvon außen, oder inwendig an ein-zeln Thcilen Säulen angebrachtwerden. Man siehet also noch im-mer die genaue Kcnntniß und denguten Geschmak in den Säulcnord-nungen als einen sehr wesentlichenThe>l dessen an, was ein guter Bau-meister besitzen muß.

5) S, Vcbälk»

Orb

Die Griechen hatten nicht mehrals drei) Ordnungen, die nach dmVölkern, die sie erfunden hatten, diedorische, ionische und corinchischegencnnt worden. Die römischenBaumeister nahmen sie auch an,und erfanden übcrdcm eine neueOrdnung, die mau die römische,oder zusammengesetzte nennt, lindweil die Hctrurier auch ihre bcso».dere Ordnung hatten, welche dieRömer von ihnen annahmen, unddie roscanische nannten, so zähltman überhaupt fünf alte Säulcn.-ordnungen, wiewol Vitruvius nurdie brey griechischen als die Haupt-ordnuugen betrachtet.

Die Beschaffenheit der alten Ord-nungen) ist uns theils ans den ausdem Alterthum übrig gebliebenen Ge-bäuden und Ruinen derselben, theilsaus den Beschreibungen des Vitru-vius bekannt. Jede hat etwas so be-stimmtes in ihrem Charakter, daß siesich allemal von jeder anderen aus-zeichnet; aber auch vieles, das baldjeder der alten Baumeister nach sei-nem eigenen Geschmak eingerichtethat. So viel aktc Gebäude oderSauleu verschiedener Gebäude nachjomschcr Ordnung noch vorhandensind, so viel Abänderungen dieserOrdnung in viel eiuzelen Theilentrifft man auch an. Diese Ver-schiedenheit in einerlei) Ordnunggeht den den Alten oft sehr weit.Die ältesten dorischen Sanken sindohne Füße und sehr kurz. Der Tem-pel der Eintracht in Rom ist nacheiner Ordnung, die zu keiner derfünf erwähnten kann gerechnet wer-den. Die Knäufe sind aus jonischcnund dorischen vermischt, der Untcr-balken und Fries aber sind in Einszusammengezogen.

Deswegen kann man zwar über-haupt den Charakter jeder Ordnungso bestimmen, daß man sie dadurchleicht von allen andern unterscheiden

kann,