Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
571
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Oel 5?l

Leinwand oder Holz beständig imGebrauch.

Diese Farben babcn vor den Was-serfarben beträchtliche Vortheile, so-wol zur Bearbeitung des Gemähides,als zu seiner Würkung.? Wenn dieOelfarbe einmal angctroknet ist, solost sie sich nicht leicht wieder auf;daher kann eine Stelle, so oft derMahler will, übermahlr werden.Durch öfters Ucbcrniahlen aber kanndie beste Harmonie und die höchsteWürkung der Farbe leichter erhaltenwerden, als wenn man die Farbeneinmal muß stehen lassen, wie sie zu-erst aufgetragen worden sind. Auchkönnen Oelfarben über einander ge-setzt werden, daß die untere durch-scheinet*), ein wichtiger Vorthcil,den die Wasserfarben nicht haben.Endlich, da die Oelfarbe zähe ist,und nahe an einander gelegte Flutennicht in einander fließen, so kann derMahler sowol eine bessere Mischling,als eine bequemere' Ncbeneinander-sctzung der Farben in Oelfarben errei-chen, als in Wasserfarben. Da sichim Trokncn die Farbe nicht ändert,wie die Wasserfarben, fo hat derMahler den Vortheil, daß er immerseine Farbe wahrender Arbeit bcnr-theilen kann.

Die Würkung der Gemählde inOelfarben hat einige Vorzüge vor al-len andern Arten. Die Farben sindzwar etwas dunkler, aber glänzen-der, als in Wasserfarben; man er-reicht in Oelfarben den Schmelz,womit die Natur viele Gegenständebestreut: das sanfte duftige Wesen,wodurch sie ihren Landschaften dengrößten Reiz gicbt; das Durchsich-tige der Schatten, und das Inein-anderfließende der Farben.

Hingegen hat die Oelfarbe auchdas Nachtheiligc des Schimmersvom auffallenden Licht, welchermacht, daß man von gewissen Stel-len das Gemählde nicht gut sehen

*) S. Laßircn.

kann. Die Hellesten Stellen werdendunkler, als in der Natur, und al-les geräth durch die Länge der Zeitin eine verderbliche Gahrung, da dasOel gelb wird, und alle helle Tinrenansteket. Man meynt, daß großeColoristen durch eine gute Bearbei-tung diesem vorbeugen können. Aberwelches Oel wird nicht zuletzt gelb?Endlich haben die Oelfarben auchdiesen Nachthcil, daß der Staub sichfester an sie ansetzet, und wenn ereinmal aufderFarbe cingctroknctist,ohne Hoffnung der Reinigung darinbleibet. Wicwol man diesem zuvor-kommen kann, wenn das Gemähldemit Eperwciß überzogen wird.

Man nimmt insgemein Nußöloder Mohnöl, weil diese trokncn, daviel andre gepreßte Oclc niemals aus-troknen. Zu einigen Farben, dieschwerer trokncn, innimt man in derBearbeitung Firnis, der auch über-haupt dem Oele mehr oder wenigerbcygcmischt wird. Die Farben, de-nen der Firnis am nothwcndigstcnist, sind, Ultramarin, Lak, Schutt-gelb, und das Schwarze.

-tz- -H-

(*) Daß der, von H. Sulzcr ange-führte van Eyk nicht der eigentliche Er-finder der Oelmahlerc» überhaupt gewe-sen, ist jetzt so ziemlich ausgemacht. Be-kannt war der Gebrauch der Oelfarbenüberhaupt schon im zNcn Jahrhundert;das Verdienst durch sie die Mahlercp ver.vollkommt zu haben, läßt, indessen, sichjenem Künstler nicht absprechen.

Die, von der Geschichte der Oclmah«lere» handelnden Schriften sind: VomAlter der Oelmahlcrey, aus demTheophi«lus Presbyter. Brschw. 1774. 8. von G.E. Hessing, und im gtcn Th. s.Sämmtl.Schriften, Bcrl.?. Englisch miteinigen Veränderungen von R-E. Raspe,Lond. >781. 4. (Gegen t. Schrift hat H.v. Murr, in s. Journal zur Kunstgesch.Th.». S. 17 u. f. allerhand Anm. abdru-cken lassen; und die Schrift des H. R.