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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
550
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55« Ode

O d e

Inhalt. Nur Schade> daß dieserwürklich unvergleichliche Dichter inseinen Oden von geistlichen! Inhalt,bisweilen auch bey weniger erhabe-nem StoffseinenFlng so hochnimmt,daß nur wenige ihm darin folgenkönnen.

Nächst diesem verdienet Ramlereine ansehnliche Stelle unter unferneinheimischen Odendichtern. Er hatdas deutsche Ohr mit dem Wolklangder griechischen Ode bekannt ge-macht , auch den wahren Schwungnnd Ton der horazischen Ode in derdeutschen vollkommen getroffen. Hier-in scheinet er seinen Ruhm gesucht zuHaben; denn mau entdeket leicht HeyHm den Vorsah, ein genauer Nach-ahmer des Horaz zu seyn. Selbstin der Wahl des Stoffs scheinet erdes Römrrs Gcschmak zum Mustergenommen zu haben. Für die hö-here Ode ist Friedrich seilt August:zu dergcmaßigten von sanft empfind-samen, oder blos phantasiereichemAnhalt, giebtihm ein Mädchen, oderein Freund, oder die Annehmlichkeiteiner Jahrszeit den Stoff, den er al-llemal in einer höchst angenehmenWendung behandelt, und mit über-aus feinen Blumen bestreut. Waskann annmthigcr und lieblicher seyn,als sein Amynt und Chloe? HöchstWählerisch und phantasiereich ist die«Sehnsucht nach 0cm Lvinrer, undmit einem höchstglüklichen und ange-nehmen Schwung hat der Dichterdiese schöne Ode geendiget. Nichtsist zärtlicher und von sanfterem Aus-druk, als das wechselseitige Lied Pto-lemäng und Dercnice.

Auch Liangc und Ppra, die eszuerst gewagt haben, der deutschenOde ein griechisches Sylbeninaaß zugeben, und U5 stehen mit Ehren inder Claffc der guten Odcnbichter.Dieser letztere hat oft, ohne den Vo-xaz nachzuahmen, von würklichcrnicht nachgeahmter Empfindung an-gestammt, in Schwnng, Gedanken

und Bildern, bald den hohen Ernst,bald dieAnnehmlicbkcit des Horaz er-reicht. Cramcr hat vorzüglich denPsalm für seine Lcycr gewählt; seinVers ströhmt aus voller Quelle.Wenn er weder die Hoheit, noch dieLieblichkeit, noch die nachdrüklicheAürze des hebräischen Ausdruks er-reicht, sy übertrifft er doch darinmeistenthcils seine deutschen Vor-gänger.

Ucberhaupt scheinet es, daß dieOde das Fach ist, darin die deutscheDichtkunst sich vorzüglich zeigenkönnte: hätten nur unsre Dichtereinen bequemem und hohem Stand-ort, aus dem sie zur besten Anwen-dung ihrer Talente, die Menschenund ihre Geschaffte besser übersehenkönnten!

Auster den, bey dem Artikel frisch(S. zoi u. f.) angeführten, von dem ly-rischen Gedicht überhaupt, und mithinauch von dcest)0e, handelnden Schriften,haben darüber noch besonders geschrieben,in französischer Sprache: -Houdardde la LlHotte ( Oiteours knr Is puestecn general, er tnr hocke cn parkicu»her vor seinen Oden im Itcn Bd. s. W.lftr. 175z. :2. Deutsch von Jvh. Frdr.Mcy, vor den Oden dcr deutschen Gesell-schaft zu Leipzig, Lcipz. 17-8. 8.)Elvert (ffrozcc sie llisterrac. tur hOcie.gegen den vorhergehenden l)Ilc. des LaMotte, in den d/lem. sie hicrersc. erä ttiil. dcS P. Mollcz, im -tcn Th. dcSeten Bandes.) p. Eharl. Äoz-(lleilex. Lur I'Vcle, in seinen Veuvr.niel. psr. 1727. 12) --- Remond deGt. lststard (llcstex. iur I Oäe, in s.llestex. tur la h«ei!e, ini ztc» Bd. s.sdeuvr. ^mib. 174?. 12.) slstar-montcl ( Das rztc Kap. imatenBd. s.hoer. t'rsn^.) Savkticr (Uiieourrtur l 'Ocle, vor s. Oclss, hsr. 1766.8-) d'Alemberc (lleücx.sur I2 pocüc,c; 5ur I Ocle en parriculier, im jtcnBanhe S. 45;. s. Gelang. äe birrcr-r.

ätstst.