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3 (1793) [K - Q]
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sondern Lage und nach ihren Umstan-den . anders machen sollten.

Es giebt also dreyerlcy Arten derNachahmung. Die Nachäffung, dieei» bloßes Kinderspiel ist, und ausunbestimmter, keinen Zwck kennenderLust sich zil beschäftigen entstehet,wodurch man verleitet wird, zumSpiel das zu thun, was andre inandrer Absicht gethan haben. Somachen viel seichte Kopfe aus denschönen Künsten ein Kinderspiel, undäffen die Werke derselben nach, wieetwa Kinder Soldaten spielen. Ana-kreon, ein imUebcrfluß sinnlicher Er-götzlichkeiten lebender feiner und wi-tziger Wollüstling, scherzte ans derFülle des Vergnügens mit Wein undLiebe; ein schwacher Jüngling, derweder einen Funken von dem Geistdes Tejers besitzet, noch irgend et-was von seinem Wollcbcn genießt,äffet seine Lieder nach, und wird zumGcspörte.

Die andere Art der Nachahmungist die knechtische und ängstliche; siewählt zwaraus Ueberlegung das Ori-ginal, das sie sich zum Muster nimmt;aber indem sie ohne Ueberlegung auchdas Zufallige darin nachahmet, wassich zu dem besondern Zwek derNachahmung nicht schiket, bringetsie ein Werk hervor, in welchem vielunschiklichcs,oder gar ungereimtes ist.So wählet ein neuer Baumeister ausguter Ueberlegung die dorische Ord-nung zu cinemGebäude; aber indemer jedes Einzele, das er darin findet, insein Werk aufnimmt, und Hirnschädclvon Opferthiercn, oder Opfergefäßein seine Mctopen setzet, machet er oftetwas unsinnlges. Also kann dieseArt der Nachahmung ein im Grundesonst gutes und schikliches Werk ver-derben und lächerlich machen.

Die dritte Art der Nachahmungist die sreye und verständige, die schonvorhandene Werke zu einein in einze-lcn Umstanden näher oder anders be-

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stimmten Zwck einrichtet. Ein sol-ches Werk ist zwar nicht in seiner An-lage, aber in der Ausführung, und invielen Theilcn ein wahres Original-wcrk, und leistet in allen Stükcn derAbsicht Genüge. So haben PlautusundTcrenzgricchischeComödiennach-geahmet.

Nach diesen allgemeinen Anmer-kungen über die Natur der Nachah-mungen, müssen wir sie besondersin der Anwendung auf die schonenKünste betrachten. Nack dem Ur-theil einiger Kunstrichter ist in diesenKünsten allcsNachahmnng; sie sindans Nachahmung entstanden, undihr Wesen besteht in NachahmungderNatur; ihre Werke aber gefallenblos deswegen, weil die Nachah-mung glüklich geratheu ist, und weilwir cin Wolgefallcn an derAehnlich-keit haben, die wir zwischen dem Ori-ginal und der Nachahmung cncdeken.In diesem Urtheil ist etwas wahres,aber noch mehr falsches.

Die zeichnenden Künste scheinendie einzigen zu seyn, die aus Nach-ahmung der Natur entstanden sind.Aber Beredsamkeit, Dichtkunst, Mu-sik und Tanz sind offenbar aus derFülle lebhafter Empfindungen ent-standen, und der Begierde, sie znäußern, sich selbst und andere darinzu unterhalten. Die ersten Dichter,Sänger und Tänzer haben unstreitigwürkliche, in ihnen vorhandene, nichtnachgeahmte Empfindungen ausge-drükt. Und wir haben die unsterb-lichen Werke des Demosthenes, oderEiceros keiner Nachahmung der Na-tur, sonder» der heftigen BegierdeFrcyheit und Recht zu verthcidigen,zu danken. Freylich g'eschiehct esoft, daß der Künstler, der den Aus-druk seiner Empfindung, oder dieErwekung einer Leidenschaft in an-dern zum Zwck hat, ihn dadurch zuerreichen sucht, daß er Sceneii derNatur schilderte: aber darin dasWe-H h 4 sen