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zu dem Ende sich üben, verschiedene
Veränderungen in Versetzungen, imMetrischen und Rhythmischen damitzu machen, und denn Achtung geben,in wie weit der Ausdruk dadurch ver-liert, oder gar seine Natur verändert.Durch dergleichen Ucbungcn wird sichsein Genie zur Erfindung guter Sa-chen allmählig entwikeln.
Bevor ich diesen Hauptpunkt derguten Melodie verlasse, kann ich michnicht enthalten, gegen einen sehr ge-wöhnlichen Mißbrauch, von dem sichleider auch die besten Setzer zu un-fern Zeiten hinreißen lassen, ernstli-che Erinnerungen zu thun. Mantrifft nur gar zu oft unter richtigenund schonen Sätzen andre an, dieaußer dem Charakter des Tonstüksliegen, und gar nichts ausdrükcn,sondern blos da sind, daß der San-ger die Fertigkeit seiner Kehle, derSpieler die Flüchtigkeit seiner Fin-ger zeigen könne. Und denn giebtes Tonsetzer, die sich von solchen Sä-tzen gar nicht wieder loswikeln kön-nen, ehe sie dieselben durch alle Ver-setzungen durchgeführet, itzt in derHöhe, dann in der Tiefe, itzt stark,und dann schwach, bald mit geschleif-ten und dann mit gestoßenen Tönenhaben hören lassen. Ein wahrer Un-sinn, wodurch alles, was uns dieguten Sachen haben empfinden las-sen, völlig ausgelöscht und zerstört,und wodurch der Sänger aus einemgefühlvollen und Empfindung - er-wekenden Virtuosen in einen Luft-springer verwandelt wird. Nichtsbeweiset den frevelvollen Gefchmakunsrcr Zeit so unwidcrsprechlich, alsder allgemeine Beyfall, den eine soabgeschmakte Sache, wie diese, ge-funden hat, wodurch auch die bestenMeister sich in solche Kindercyen ha-ben hinreißen lassen.
Nicht viel besser, als dieses, sinddie übel angebrachten Mahlereycn na-türlicher Hinge aus der körperlichenWelt, davon wir aber schon in ei-
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nein eigenen Artikekdas Nöthigeerin-nert haben.
IV. Ueber alles, was bereits vonden Eigenschaften derMelodie gesagtworden, muß auch noch dieses hin-zukommen, daß sie singbar, oder spiel,bar, und, nach Beschaffenheit ihrerArt,! leicht und ins Gehör fallendfey: wo dicfe Eigenschaft fehlet, dawerden die andern verdunkelt. Da-zu wird erfodert, daß der Tonfetzerselbst ein Sänger sey^ oder daß eres gewesen sey, und daß er einigeUcbung in den meisten Instrumentenhabe, um zu wissen, was in jederStimme leicht oder schwer sey. Dennaußerdem, daß gewisse Sachen ansich, des starken Dissonirens halber,jeder Stimme und jedem Instrumentschwer sind, werden es andere, weilder Tonsetzer die Natur des Jnsiru-ments, wofür sie gesetzt sind, oderdie Art, wie man darauf spielt, nichtgenug gekannt, oder überlegt hat.
Die Leichtigkeit, das Gefälligeund Fließende des Gesanges kommtgar oft von der Art der Fortschrei-tung her; und hierüber hat ein Mei-ster der Kunst *) mir mancherlei) Be-obachtungen mitgcthcilt, davon ichdie vornehmsten jungen Tonsetzern zugefallen hier einrüken will.
Leicht und faßlich wird eine Meie-,die vornehmlich schon dadurch, daßman bey der Tonleiter des angenom-menen Tones, so lange man nichtausweichen will, bleibet, und nir-gend einen durch « oder b erhöhtenoder erniedrigten Ton anbringet.Denn die diatonische Tonleiter ist injedem Intervall, jedem Ohr faßlich.Es versteht sich von selbst, daß die-ses nur von den Fällen gelte, woder Ausdruk nicht nothwendig dasGegcnthcil erfodert. Die Regel die-net zur Warnung der Uncrfahrnen,die kaum ihren Ton angegeben ha-ben,
*) Herr Kirnbcrser.