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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
378
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Ernst und Würde, als ungleiche, wie:oder:

Dieser Schritt 'st leb-

haft: sabcr noch weit mehr dieser:und wenn drey oder gar

vier kurze Tone zwischen langer» ste-hen, so hat der Schritt großen Nach-druk zur Fröhlichkeit, wie diese:

I !.! ! I '

Ein oder zwei) kurze und leichte Tö-ne, vor einem langen und durch den

Accentnachdrüklichen, als: ^

oder , drüken etwas wil-

des und iingcstümes aus; sehr schwer-fällig aber ist diese Einthcilung:

^ ^ Wenn wesentlich kur-

ze Töne sehr lang gemacht werden,wie hier: ^ so giebt

dieses dem Gang etwas widerspen-stiges und anfahrendes. Es ist sehrzu wünschen, daß ein Tonsctzer, der,bey recht feinem Gefühl, eine weni-ger ausschweifende Phantasie besitzet,als Vosiius, sich die Mühe gebe,die besten Melodien in der Absicht zuuntersuchen, seine Beobachtungenüber die Kraft des Rhythmus be-kannt zu niachen.

7. Endlich !kommt in Absicht aufden Ausdruk auch der siebente Punkt,oder die Behandlung der rhythmi-schen Einschnitte in Betrachtung:Das Wesentlichste, was in Absichtauf die Schönheit hierüber zusagenist, kann aus dem, was in dem Ar-tikel Glied angemerkt worden, herge-leitet werden. Wir überlassen dem,der sich vorgenommen hat, denMelo-dicnsatz nach achten Grundsätzen zustudircn, die Anwendung jener An-merkungen auf den Gesang zu ma-chen. Sie wird ihm bey dem gehö-rigen Nachdenken nicht schwer wer-

den. Hier merken wir nur noch über-haupt an, daß ganz kleine Glieder,oder Einschnitte, sich besser zu leich-ten und tändelnden, auch nach Be-schaffenheit der übrigen Umstände zuungestümen, heftigen Leidenschaften,größere zu ernsthaften, fchiken. Al-les was pathetisch, ernsthaft, be-trachtend und andächtig ist, crfodcrtlange, und wol in einander geschlun-gene Glieder, oder Einschnitte! so-wol das Lustige, als das Tobendesehr kurze, und merklicher von ein-ander abgesonderte. Es ist ein sehr-wichtiger Fehler, wenn Tonsetzer,durch den Beyfall, den unerfahrneund ungeübte Ohren gewissen sehrgefälligen so genannten Galancerie-stüken geben, verführet, auch bei)ernsthaften Sachen und sogar inKir-chenstüken, einen in so kleine, mehrniedliche, als schöne Sätze zerschnit-tenen Gesang hören lassen. Hinge-gen wäre es auch allemal ein Fehler,wann die Einschnitte so weit gedähntwären, daß sie unvernchmlich wür-den; oder wenn gar der ganze Ge-sang, ohne merkliche Einschnitte, wieein ununterbrochener Strom weg-stoße. Dieses geht nur in besondrenFällen an, da der Gesang mehr einfortrauschcndcs Gefchrey, als einenwürklichen Gesang vorstellen soll.Ucbrigens werden wir noch an einemandern Orte Gelegenheit haben, ver-schiedene Beobachtungen über diesenPunkt, besonders über das Eben-maaß der Glieder zu machen ch.

Dieses aber muß in Absicht aufden Ausdruk noch gemerkt werden,daß durch Abwechslung längerer undkürzerer Einschnitte sehr merklichkönne gemacht werden, wie eine Lei-denschaft allmählig heftiger und un-gestümer wird , oder wenn sie mitUngestüm anfängt, nach und nachsinket. Wir wollen hier nur noch ei-nige besondere Veyspielc anführen,

an

*) S. Rhythmus.