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Punkte tragt das Scinige zum Aus-druk bey.
Da es aber völlig unmöglich ist,auch zum Theil unnütz wäre, weit-lauftig zu untersuchen, wie dieseszu-geht: so begnügen wir uns, dieWahrheit der Sache selbst an Bey-spielen zu zeigen; blos in der Absicht,daß junge Tousctzer, denen die Na-tur die zum guten Ausdruk erforder-liche Empfindsamkeit des Gehörs unddes Herzens gegeben hat, dadurchsorgfältig werden, keines der zumAusdruk dienlichen Mittel zu verab-säumen.
i. Daß das Schnelle und Langsameder Bewegung schon an sich mit denAeußcrungcn der Leidenschaften ge-nau verbunden fey, darf hier kaumwiederholt werden. Man kennet dieLeidenschaften, die sich durch schnelleund lebhafte Wartungen äußern,und die , welche langsam, auch wolgar mit Trägheit fortschlcichend sind.Der Tonsctzer muß ihre Natur'ken-nen; dieses wird hier vorausgesetzt.Aber um den eigentlichen Grad derGeschwindigkeit der Bewegung fürjede Leidenschaft, sogar für jedenGrad derselben zu treffen, muß ersehr fleißig den Einfluß der Bewe-gung auf den Charakter der melodi-schen Sätze erforschen, und zu demEnde einerlei) Satz nach verschiedenenBewegungen singen, und darauf lau-schen, was dadurch in dem Charak-ter verändert wird. Wir wollen Bey-spiele davon anführen. Folgendermelodischer Satz,
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in mäßiger Bewegung vorgetragenschikct sich sehr wohl zum Ausdruk derRuhe und Zufriedenheit; ist die Bc-
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wcgung etwas geschwinde, so verlie-ret sich dieser Ausdruk ganz, undwird fröhlich; ganz langsam, würdediese Stelle gar nichts mehr sagen.Folgendes ist der Anfang einer höchstzärtlichen und rührcndcnMelodie vonGraun:
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Man singe es geschwinde, so wird esvollkommen tändelnd. So sehr kanndie Bewegung den Ausdruk ändern.
Man ist gewohnt, jeder Melodieeine durchaus gleiche Bewegung zngeben, und hält es deswegen für ei-nen Fehler, wenn Sänger oder Spie-ler allmählig darin nachlassen, oder,welches noch öfterer geschieht, schnel-ler werden. Aber wie wenn der Aus-druk es crfoderte, daß die Leidenschaftallmählig nachließe, odcrsiiege? Wä-ren da nicht jene Abänderungen inder Bewegung nothwendig? Viel-leicht hat mau es nur deswegen nichtversucht, weil es den Splclern garzu schwer seyn würde, aus Uebcrlc-gung das zu treffen, was aus Man-gel der gehörigen Aufmerksamkeitvon selbst kömmt. Aber dieses wür-de ich für ein. Meisterstük halten,wenn der Tonsetzcr seine Melodie soeinzurichten wüßte, daß die Spielervon selbst verleitet würden, in derBewegung, wo es der Ausdruk cr-fodcrt, etwas nachzulassen, oder da-mit zu eilen.
2. Daszwcyte, worauf bey derMelodie, wegen des Charakters unddes Ausdruks zu sehen ist, betrifftdie Art des Vortrages, die bey einer-lei) Bewegung sehr verschieden seynkann. Auch hier kommt es auf einegenaue Kenn miß der Leidenschaftenan. Einige stoßen die Töne einzelnund abgebrochen, andre schleifen sieund spinneu gleichsam einen aus dem
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