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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
369
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Wenn hier ein Beyspicl des Mattenaus einem großen Schriftsteller an-geführt wird, da man leichter tau-send andere aus geringeren hatte ge-ben können: so geschieht es zu destonachdrüklichcrcr Warnung. Ein mat-ter Gedanke erwekt durch' viel Be-griffe nur eine geringe, wenig rei-zende Vorstellung.

Das Matte in Gedanken und inder Schreibart ist dem Zwek der Be-redsamkeit und Dichtkunst so geradeentgegen, daß es unter die wesent-lichsten Fehler der Rede gehört, undmit großem Flciße muß vermiedenwerden. In der Dichtkunst beson-ders wird man allemal daS Unrich-tige, wo es mit einiger Lebhaftigkeitverbunden ist, eher verzeihen, als dasMatte, mit der höchsten Richtigkeitverbunden. Die unmittelbaren Ur-sachen des Matten scheinen darin zuliegen, daß man zum Ausdruk mehrWorte braucht, als nöthig ist, odervielerlei) unbeträchtliche und auch un-bestimmte Begriffe in einen Gedan-ken zusammenfaßt. Sein Ursprungaber liegt in dem Mangel deutlicherVorstellungen, und lebhafter Em-pfindungen. Es giebt von Natu?matte Köpfe, die keinen Eindruk leb-haft fühlen, die also nothwendigsichimmer matt ausdrüken. Sie sindgerade das Gegentheil dessen, wasder Künstler seyn soll, der sich vor-züglich durch die Lebhaftigkeit derEmpfindungen von andern Menschenunterscheidet. Die Mittel, nicht insMatte zu fallen, sind — nichts zuentwerfen, als bis MM es mit ge-höriger Lebhaftigkeit empfunden hat,oder sich vorstellet; nie bis zur Er-müdung zu arbeiten; immer mitvol-len Kräften an die Arbeit zu gehen,und sie wieder wegzulegen, ehe diese

*) In der Phildra.

Dritter Theil.

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Kräfte erschöpft sind; gewisse Sa-chen, die man nicht mit gehörigerWarme empfindet, lieber ganz weg-zulassen, als sich zum Ausdruk der-selben zu zwingen.

Da die besten Köpfe, und nachHorazens Beobachtung selbst derfeurige Homer nicht ausgenommen,schläfrige Stunden, oder wenigstensAugenblike haben : so kann nur eineöftere und sorgfältige Ausarbeitunggegen matte Stellen in Sicherheitsitzen. Obgleich zur Bcfcilung einesWerks das Feiler, womit es zu ent-werfen ist, mehr schädlich, als nütz-lich wäre: so muß sie doch nur invöllig heitern und muntern Stundenunternommen, und oft wiederholtwerden. Denn es ist nichr möglich,bei) jeder Ueberarbcitung auf allesAchtung zu geben. Sehr nützlichist es, um das Matte in feinen Wer-keil zu entdcken, wenn man einenFreund hat, dem man siine Arbeitvorliest.

Mediante.

(Musik.)

Ist die Terz der Tonart, in welcherder Gesang geführet wird; näm-lich nicht jede in der Harmonie vor-kommende Terz, sondern nur die so-genannte tertia molli» oder diedem Ton zugehört, aus welchemdas ganze Stük geht, oder allen-falls bei) Tönen, in die man ausge-wichen, die Terz des Tones, in demman sich befindet. Die Benennungist daher entstanden, daß die,Terzmitten zwischen dem Grundton undseiner Quinte liegt, und das Inter-vall der Quinte entweder arithme-tisch, oder harmonisch in zwey Theil«thcilet

MeliS«

S. Arithmetisch; Harmonisch.

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