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Zeiten selbst bey den PommcrschcnWenden angetroffen worden *).Auch finde ich in der Beschreibungder öffentlichen Gemählde in Vene-dig, daß im Jahr io? i in der Mar-cuskirche mosaische Gemählde nachCartons, welche aus Constantino-pel gekommen, verfertiget worden.Ueberhaupt ist anzumerken, daß dieMahlert,) durch alle Jahrhunderteder so genannten Mittlern Zeilen im-mer getrieben worden. Aber der Ge-schmak und das Hohe der Kunst fehl-ten ihr, bis beydes gegen Ende desfünfzehnten Jahrhunderts wieder zukeimen anfieng. Man hat wenig aufdie Nachrichten zu achten, die unsdie welschen Schriftsteller vonWie-derauflebung der Mahlerey imdreyzchnteit und vierzehnten Jahr-hundert geben. Denn Mahler, der-gleichen ihr Giotto und Tiambuewaren, hatte es auch seit dem Ver-fall der Kunst in allen Jahrhunder-ten und in allen gesitteten Landernvon Europa gegeben; daher könnengedachte Männer keine Epoche aus-machen. Die ersten wahren Mah-ler der neuern Zeit, bey denen die ei-gentliche Wiederherstellung der Kunstanfangt, sind K.eonhardo da Vinciund Michel Angelo, auf die aberTitian, Torreggio und Raphael baldfolgten. Nun verdienet die Epocheder Erfindung der Mahlerey in Ocl-farbcn noch bemerkt zu werden **).
Sonderbar ist es, daß die größ-ten Mahler der neuern Zeit, Vinci,Angelo, Corregio, Titian, Raphael,alle zugleich, zur Zeit der eigentli-chen Wiederherstellung der Kunst, amEnde des fünfzehnten und Anfangedes scchszehnten Jahrhunderts gelebthaben. Wie sehr seitdem verschiedeneeuropaische Nationen gleichsam umdie Wette sich beeifcrt haben, diese
H Nachricht hieven glebt der im Arti-kel Rünstc in der Anmerkung lll Th.S. gz. angczegcne Schriftsteller.
") E. Oclfarben.
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Kunst in die Höhe zu bringen,braucht hier nicht wiederholt zu wer-den, da wir hicvon in den Artikelnüber die verschiedenen Schulen, soweit die Absicht dieses Werks es cr-fodert, gesprochen haben*). Mankann sagen, daß die Neuern alleTheile der Kunst auf einen hohenGrad, einige aber auf den höch-stem, der möglich ist, gebracht ha-ben. Das einzige, was ihr nochfehlet, ist eine mehrere Vollkommen-heit in der Anwendung, wovon wei-ter oben bereits verschiedenes erin-nert worden.
Nur noch eine Anmerkung, womitwir diesen Artikel beschließen wollen.Die Mahlerey gefallt hauptsächlichdurch drei) Dinge - i. Durch den leb-haften Ausdruk leidenschaftlicher Em-pfindungen und großer Charaktere;darin war Raphael der erste Meister,und nach ihm besonders in Charakte-ren -Hannidal Taracci. 2. DurchSchönheit und Annehmlichkeit in For-men, Farben, Licht und Schatten:worin Torrcgio der erste Meister ist.z. Durch Wahrheit der Vorstellun-gen; hierin muß Titian für den er-sten Meister gehalten werden; nachihm aber hat die holländische Schulein diesem Punkt das größte Ver-dienst. Will man noch die Mannich-faltigkeit eines angenehmen Inhaltsdazu rechnen, so haben vielleicht diefranzösischen Mahlcr hierin dasmeiste gethan.
Ein VerzciKnlß von den, von Grie-chen über die Mahlerey geschriebenen,aber verloren gegangenen Werken, findetsich, unter andern, im zten Kap. desaten BucheS §. z. von des JuniuS Werk,äs pitturs vecerum» und in ?ol>,iciiVidi. Lr. lAb. III. c. 2g. §. io. —WaS auf uns gekommen, und hierher ge-rechnet werden kann, sind: Die'Laaves
der
") S. Schulen,