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Samier gebliebenen Bürgern vonAthen bey ihren Gräbern eine Lob-rede; und August"!;, da er erst zwölfJahre alt war, hielt eine öffentlicheLobrede auf seine verstorbene Groß-mutter. In unfern Zeiten und nachunfern Sitten sind die öffentlichenLobreden in die dunkeln Hörsäle derSchulen verwiesen. Es ist auch sehrgut, daß weder Gesetze, noch einge-führte Gebrauche, Lobreden ans ge-wisse Personen nothwcndig machen;da verinuthlich in den meisten Fal-len der Redner sich in der Verlegen-heit finden würde, einein magernStoff durch mühsame und doch nichthinreichende gewaltsame Mittel auf-zuhelfen. Doch wollen wir dieseGattung nicht verwerfen: es ist leichteinzusehen, daß sie von sehr großemNutzen seyn konnte, wenn sie aufwichtige Gegenstände angewendetund bey wichtigen Veranlassungengebraucht würde. So konnte inFrcysiaatcn die Anordnung einesjahrlichen Festes, das dem Andenkender wahren Beförderer des öffent-lichen Wolstandes gewiedmct wäre,von wichtigen und vorthcilhaftcn Fol-gen seyn. Die Hauptfcyer dieserFeste müßte darin bestehen, daß eineoder mehrere Lobreden auf verstorbe-ne Wohlthäter des Staates gehaltenwürden. Es ist einleuchtend, daßeine solche Veranstaltung zur Be-förderung der wahren Beredsamkeitsehr dienlich seyn würde: bey demgegenwärtigen Mangel der Gelegen-heit, die Beredsamkeit in ihrem höch-sten Glanz zu zeigen, würden siemanchen zu dieser höchst schätzbarenKunst recht fähigen Kopf, der itztverborgen bleibt, an das Licht brin-gen. Aber noch wichtiger würdensolche Veranstaltungen zur Erwär-mung und Belebung des wahren Pa-triotismus und jeder bürgerlichenTugend seyn. Es war aus diesemGrund ein guter Einfall, den einigeAcadcmien in Frankreich hatten, jähr-
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liche Preise für die besten Lobredenauf verdiente Männer auszusetzen.
Nicht wol begreiflich ist es, war-um freye Staaten so gar nachlaßigsind, dem wahren Geist der Liebe zumallgemeinen Besten nicht mehr Gele-genheiten zu geben, sich durch die er-wärmenden Strahlen des Lobes zuentwikeln, und Früchte zu tragen.Man sollte bald auf die Vermuthunggerathen, daß in manchem freycnStaat den Regenten gar nicht damitgedicnet wäre, daß die patriotischenGesinnungen der Bürger aus demgewöhnlichen Schlaf zu vollen, Wa-chen erwekt werden. Frcylich kannes lange daurcn, che trage Köpfe denSchaden, der aus Mangel lebhafterpatriotischer Gesinnungen entsteht,bemerken. Aber wenn eine von ans-senhcr sich nahende Gefahr erst rechtmerklich wird, so ist es insgemeinzu spate, den patriotischen Geist derBürger anfiammcn zu wollen.
Da ich in diesem Werke nicht nurdie Theorie der schönen Künste zu ent-wikeln, sondern auch ihre mannich-faltige Anwendung zum Besten dermenschlichen Gesellschaft zu zeigen,mir vorgesetzt habe: so gehören der-gleichen Anmerkungen wesentlich znmeiner Materie. Weitläuftiger aberdarf ich über den besonder,, Punkt,wovon hier die Rede ist, nicht seyn.Wem diese Winke nicht hinlänglichsind, auf den wird auch eine nähereBetrachtung der Sachen keinen Ein-druk machen.
Von der Lobrede überhaupt handeln(ausser dem, was in den allgemeine» An.Weisungen zur Redekunst darüber vor-kommt) in griechischer Sprache lVle-ilsnäri klllcr. Lommeur. <Ie Lncomüzin den, von Aldus, Ben. 1505. f. her-ausgegebenen kdecor. gr. und ex rce.er c. znimsllv. ich b. beeren . . .L«rr. 17 8 8- — In lateinischerSpra-chs : Oroi.8sin. Lenei', vitlerr, cieLvn.
ci'sini-