Laß
den »), muß hier noch sorgfältigerangewendet werden.
L a ß i r e n.
(Mahlerc».)
Dieses Kunstwort ist vielleicht ausdem übel verstandenen französischenWort 8>»cer entstanden, und sollteglaßiren heißen beyde bedeuteneine Farbe mit einer andern durch,sichtigen Farbe bcdeken. Indem dieuntere Farbe durch die darüber lie-gende durchscheinet, entsteht aus bey-der Vereinigung eine dritte Farbe,die oft schöner und allemal saftigerist, als sie scyn würde, wenn beydeschon auf der Pallete unrereinandergemischt worden waren. Wenn mandie Purpurfarbe mit Himmelblau las-sirt, so bekommt man ein schöneresViolet, als durch die Mischung derFarben entsprungen wäre. Diesesist also der Grund, warum die Mah.lcr bisweilen laßireu. Die untereFarbe muß stark und durchdringend,die obere, womit laßirt wird, schwachseyn, und nicht dcken. , Daher manzum Laßiren nur solche Farben brau-chen kann, die nicht körperlich genugsind, um für sich zu stehen.
Das Laßiren thut eine doppelteWürkung. Die cigenthiunlichcnFar-ben werde »dadurch schöner und saf-tiger, daher es vorzüglich bcy sei-denen Gewändern gebraucht wird;und denn kann es auch dienen, gan-zen Massen eine vollkommnere Har-monie zu geben. Man findet, daßeinige Künstler, um dieses zu errei-chen, ihre Hauptparthien schon soangelegt haben, daß sie dieselben
5) S. Adagio.
°") Oer Heer von Hagedorn braucht auchdas Wort Glaßircn. Ich habe vielfäl-tig uon Mahlcrn das Wort laßieen ge-hört, vcrmuthc aber, daß jenes daseigentliche sc», und habe hier nur des-wegen das schlechtere genommen, weildieser Artikel aus llebcecilung im I Th.<»> Art. Anlegen schon citirt ist.
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ganz mit einer sehr dünnen Farbeübcrlaßiren konnten. Es ist allemalnochwendig, daß der Mahlcr schonbeym Anlegen auf das Laßiren den-ke, um kräftige und starke Farbenunterzulegen.
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Von dem Laßiccn handelt ein Aussatzin dem deutschen Museum vom I. >784.S. >8- u. f. — und im -oten Hefte vonMeusclS Misccllancen, S. 97 u. f. —
Laterne.
(Baukunst.)
Ein kleines auf allen Seiten offenesThürmchen, welches bisweilen überdie Ocffnungen der Cupeln gesetztwird, um das Einfallen des Regensetwas abzuhalten »). Es scheinet,daß die Alten schon bisweilen dieOeffnungcn der Cnpeln mit Laternenbedekt haben, deren, nach der Mey-nung einiger Ausleger, Vitruviusunter dem Namen Obolus gedenket.Nach andern aber, denen auch Win-kclmann beystimmt, wurde dieserName derCupel selbst gegeben; undman findet kein altes Gebäude, woüber der Cupcl eine Laterne stünde.In derThat scheinet sie doch der ein-fachen Größe der Cupcl etwas zu be-nehmen. Widrig ist es einem an dieEinfalt gewohnten Auge, wenn soviel neue Baumeister an die Pfeilerder Laterne gerollte Stützen ansetzen:eine in allen Absichten gothischc Er-findung.
Lauf, Laufe.
(Musik.)
Eine Folge melodischer Töne aufeine einzige Sylbe des Textes, dieman auch mit dem italiänischen Wor-te passagie, oder mit dem franzö-sischen Roulade nennt. Es ist wahr-
schcin-
*) S. Cupcl.