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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
149
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der Kunst das manuichfaltigc Genieder Narur aus jedem Himmelsstrich,in ausgesuchten Scencn vor Augenlegte. So konnte man alles, wasdie leblose Natur unterrichtendes undrührendes hat, aus allen Theilcn derWelt in ein Zimmer zusammen brin-gen. Würde man noch jeder Land-schaft Auftritte aus der thierischcnund sittlichen Welt, die sich dazuschi-kcn, beyfügcn, so würde eine solcheSammlung für den Verstand unddas Gcmüth eine höchst nützlicheSchule des Unterrichts seyn. DasMerkwürdigste von dem Genie, derLebensart, den Geschafften und denSitten aller Volker des Erdbodens;jede empfindsame Scene der mensch-lichen Natur, könnte da auf die rüh-rendste Art vorgestellt werden. Die,deren Geschaffte es ist, gemeinnützigeEinrichtungen zu veranstalten, oderdoch den Grund dazu zu legen, könn-ten der gesitteten Welt einen ausneh-menden Dienst erweisen, wenn sie esdarauf anlegten, daß man nach undnach eine solche Sammlung von Land-schaften bekäme, die ohne Zweifel diefürtrcfflichstc Methode an die Handgeben würde, die Menschen über al-les, was sie zur Entwiklung der Ver-nunft, und zur Bildung des Gcmü-rhes zu wissen und zu empfinden ha-ben, zil unterrichten. Dieses würdeein wahrer Orbis piörus seyn, derder Jugend und dem reiferen Alteralle nützliche Grundbegriffe gebenund jede Saytc des Gcmüths zu ih-re»! richtigen Ton stimmen könnte.

Zur äußern Vollkommenheit einerLandschaft,^ die eigentlich von derKunst herrühret, wird alles erfodert,was der Gcschmak feines, und dieKunst schweres hat. Ein großer Land-in Kupfer geätzt, das übrige mit Was-serfarben ausgeführt ist. Ein sehrgluklichcr Einfall, der die Aufmunte-rung der Liebhaber,> und das fernereNachdenken des Künstlers vorzüglichverdienet.

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schaftmahler muß bald jedes Talentaller Mahler in andern Arten in sichvereinigen. Der Herr von Hagedornführet deswegen dem Landschaftmah«lcr die Beyspiele eines Swancveldtsund Lairessc zu Gemüthe. Dieser, dereinen ansehnlichen Rang unter denHisiorienmahlern behauptet, hatbeynahe den wichtigsten Thcil sei-ner Untersuchungen auf die Land-schaft angewendet; und dieses kannman! auch pon Leonhard da Vincisagen. Vielleicht ist es nicht gan;ohne Nutzen, wenn wir die Haupt-punkte, worauf der Künstler seineAufmerkfanrkeit bcy der Arbeit zurichten hat, hier anzeigen.

Vor allen Dingen muß der Wäh-ler, wenn er eine Landschaft odcrcin-zclc Gegend angetroffen hat, die ihmeinen Charakter zu haben scheinet,der sie der Abbildung wcrth macht,darauf beflissen seyn, daß er sie vonden herumliegenden Dingen gehörizabsondere, daß er sie zu einem Gan-zen mache, dem nichts fehlet, unddas durch nichts übcrflüßiges verun-staltet wird *). Man trifft sehr sel-ten Aussichten, oder Gegenden an,wo man nicht in dieser Absicht ctwaShinzuzusetzen, oder wegzulassen hätte.Zwar geht es sehr selten an, die Land-schaft so vollkommen, wie eine Inselvon den umliegenden Gegenden ab-zusondern ; und dieses ist auch nichtnothwendig, wenn nur darin nicht?hervorsticht, das man nur halbsiehkund das die Aufmerksamkeit von demVorhandenen auf etwas abzieht, dasnicht daist; denn dieses würde Man-gel anzeigen- Vorgründe sind alle-mal Thcile eines gryßcrn Ganzen,und doch verlanget das Auge nichtdas Fehlende zu sehen, weil die Auf-merksamkeit sich nicht darauf verwei-let, sondern davon als von einer Ne-bensache zur Hauptsache eilet. Die

K z Vor.

*) S. Ganz II Th. S. -91 f.