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3 (1793) [K - Q]
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lig gebildet, und scin Verstand erstmit schwachen und dunkelcn Begrif-fen angefüllt, die sich hernach all-mählig entwikeln und aufheitern.Also ist die aufmerksame Betrachtungder leblosen Natur der erste Schriet,den der Mensch rhut, um zur Ver-nunft und zu einer ordentlichen Ge-müthsart zu gelangen.

Die Mahlerey findet demnach inder leblosen Natur einen nie zu er-schöpfenden Stoff, vorlheilhaft aufdie Gemüther der Menschen zuwür-fen; und der Landschaftinahler kannuns sehr vielfältig auf eine nützlicheWeise vergnügen; fürnehnilich, wenner mit den höhern Kräften seinerKunst bekannt, sittliche und leiden-schaftliche Gegenstände mit denSce-nen der leblosen Nacur verbindet.Wer wird ohne heilsame Rührungsehen, wie ein wohlrhatiger Manneinen von Mördern in einer Wildnißberaubten, und hart verwundetenMenschen crgniket, ihn auf seinPferd setzet, und wieder zu denSci-nigen bringet? Welcher empfindsa-me Mensch wird in einer ländlichenGegend, die schon an sich das Ge-präge der Einfalt und Unschuld hat,den Vergnügungen eines harmlosenHirtenvoUs ohne die seligste» Regun-gen des Herzens zusehen können?

Durch eine wolausgesuehte Hand-lung ans dem sittlichen Leben, die derMahler in seine Landschaft setzet,kann er ihr einen Werth geben, dersie mir dem besten historischen Ge-mahlde in einen Rang setzet. Sokonnte Nie. Poußin auf die Erfin-dung seiner arcadischen Landschaftsich eben so viel einbilden, als wenner ein gutes bistorisches Stük erfun-den hatte. Es ist anderswo ange-merkt worden, dasi zu großen Wür-tingen nicht allemal große Veran-staltungen gehören und daß bis-weilen eine an sich geringe scheinendeSache, in cinem besonders vorberei-S. Artikel kiep.

teten Gcmülh eine sehr große Wür-kung thut. Eine einzige Figur, wieetwa Adam, der in einer paradiesi-schen Gegend die Schönheit derSchöpfung bewundert, dabei) durchStellung und Gebehrden merken läßt,daß er die Gegenwart des Schöpfersselbst empfindet, könnte bey einemempfindsamen Menschen unauslösch.liche Eindrüke der Anbetung des all-gütigen Schöpfers hervorbringen.Schon sehr mittelmäßig gezeichneteund schlecht gestochene Lorstellungeneiniger schicklichen Gegenden, dieman in Reiftbeschreibungen nachGrönland, oder nach Hudsons Bayantrifft, crweken Schauder und Trau-rigkeit; zu welcher Starke würdendiese Empfindungen nicht steigen,und was für großen Nachdruk wür-den sie nicht gewissen sittlichen Vor-stellungen geben, wenn sie mir deneigentlichsten Farben der Natur ge-wählt und mit einer historische», sichdazu sehnenden, Vorstellung staffirtwärm? Und hieraus kann man sichleicht überzeugen, daß auch die Land-,schaft der größten Würkung, dieman von den Werken der Kunst im-mer erwarten kann, fähig sey, wennsie nur von rechten Meisterhändenbehandelt wird. Es gicbt, wie eingroßer Kenner richtig anmerket *),Landschaften vom jünger» Poußin,von Salvator Rosa, von Evcrdin-gen, die etwas so großes haben, daßsie Bcwundrung und einen Schau-der crweken, die der Würkung dcSErhabenen ganz nahe kommen.

Diese Betrachtungen können unsdie Grundsalze zur Bcurtheilung derinncrn Vollkommenheit der Land-schaft an die Hand geben, die vondem Werth des gewählten Gegen-standes herkommt. Wie jedes histo-rische Gemählde in seiner Art gut ist,

K 2 wenn

») Oer Herr von Hagedorn in seinenBetrachtungen über d>e MahlereyS.zz;.