Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
118
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Sehr wahrscheinlich ist EandratsVermuthung, daß Israel von Me-ckel», eben dcr, der bisweilen unterdem Namen Dockolt angeführt wird,weil er zu Bocholt im Münsterschengewohnt, und diesen Namen auf ei-nige seiner Blatter gestochen hat *),dcr Erfinder dieser Kunst sei). DerVerfasser des eben angcführtcnWerksführt einen Kupferstich, worauf dieIahrzahl 1466 und der BuchstabenL und eine Chiffre gestochen sind, alsdas älteste ihm bekannte Blatt an.Sandrat aber gedenket eines in Ku-pfer gestochenen Blattes von 1455,woraufcinMonogramgestochen, dasdem von HaiisScytissclcin ähnlich ist.Diesemnach fiele die Erfindung desKupferstechens gerade in die Mittedes fünfzehnten Jahrhunderts, we-nige Jahre nach der Epoche der Er-findung der Buchdrukerey.

Zwar ist das Stechen auf metal-lene Platten viel älter. Man findet,daß schon Kaiser Carl der GroßeLandcharten gehabt, die in silbernePlatten gestochen gewesen "). Aberan das Abdruken solcher Platten schei-net man damals noch nicht gedachtzuhaben. Es wird also wahrschein-lich, daß die Erfindung der Buchdru-kerey, besonders der dazu nothigenFarbe, auch das Abdruken der Ku-pferplatten in Gang gebracht habe.Daher der vorher erwähnte Magistervon Swcynheim an dem angeführtenOrte auch nur vom Abdruken undnicht vom Stechen spricht. Erwähn-ter Knorr gedenket einer Sammlungvon bcynahe 4LL0 Stäken, die allezwischen ,450 und 1461 gemacht

*) S. tüse geaersle ci'une Ooll-Uioncomplene ci'rknmpc ,»vec une äisser-»ricin lur I'origme c>e I, Lrsvure.I-eipssc et Vlcnne, 1771. 8. (DerVerfasser ist dcr Herr Canimcrrathvon Heinikc aus Dresden.)

»») S. Wolffgang Knarr in seiner Künst-lcrhistvric S. 4. wo er, dieses zu be-weisen , /rvenuni Bayerische ChronikS. -8?. der Frankfurter Ausgabe von> anführet.

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worden. In dieser Sammlung be-finden sich verschiedene von den Jah-ren >461, 66 und 67 mit L. 5. be-zeichnet, die mit ziemlichem Fleiß sol-len gestochen scyn. Eines davon hatdie Aufschrift: Ois ist die iLngel-roezch unser -!(. Frau Key' den »Oin-stdeln; woraus abzunehmen ist, daßdieser <N 8. ein Schweizer oder einSchwabe gewesen sey. Vielleicht ebendcrMag. von Swcynheim, von demoben gesprochen worden, dcr mit ei-nen! gewissen Conrad Shveinkeim,den der Prof. Schrvar? in Alrorf un-ter die Erfinder der Knpfersiecherkunstsetzet *), dieselbe Person seyn mag.

Der erste Kupferstecher, der sicheinen gewissen Namen gemacht, undvon dem man noch viel Blatter hat,ist Martin Gcbone, dcr in franzosi-schen Kunschuchern lächerlicher Weisegaroft lebeau lblsrtin genennt wird.Er wohnte in Colmar, und stund indem Rufe eines guten Mahlers undZeichners. Der berühmte AlorechtDürer sollte eben den, Martin in dieLehre übergeben werden, als dieser imJahre 148Ü starb. Dieses sey vonErfindung der Kunst gesagt.

Es wäre ein schönes Unternehmen,wenn ein Kenner uns die Geschichteder Kunst von ihrem Ursprünge bisauf diese Zeit gäbe, und jede daringemachte neue Erfindung ihrem Ur-heber beylegte. Der Unterschied zwi-schen den besten Kupferstichen desfünfzehnten und achtzehnten Jahr-hunderts ist erstaunlich groß: aberman ist nicht plötzlich von der schwa-chen und armen Manier der erstenKupferstecher zu dcr Vollkommenheitgekommen, in der wir die Kunst itzt,da sie bcynahe mit der Mahlerey umden Vorzug streitet, sehen. Vonden vielen Männern von Genie, diediese Kunst allmählig in die Hohegebracht haben, hat der eine dieses,

der

*) S. Hciiiibm'gischc Berichte von 174'.

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