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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
117
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und »Ich die Mühe geben will, ansden Werken älterer und neuerer Mei-ster die Kunstgriffe herauszusuchen,wodurch so gar vielerlei) Wnrknngcnerreicht werden, dem wird es nichtfremde vorkommen, daß die Kupser-stechcrkunst, ob stc gleich mit derneuen Mahlcrcy ohugefehr ein Alterhat, später als diese zur Vollkoni,mcnheit gekommen ist. Man kannden Ansang der wahren Mahlerey un-ter den Neuer« nicht weit über denLeonhardo da Vinci hinaussetzen;und beynahe eben so alt ist das Ku-pscrstechcn. Aber schon lange hattedie Mahlerey einen Titian gehabt,che die Kupfcrstechcrkunst ihre Hoheerreichte, aufdie sie im vorigen Jahr-hundcrc gekommen ist.

Wir muffen aber auch ihren Nutzenbetrachten. Die Vorthcile, welchedie Wissenschaften, besonders die Na-turgeschichte und die Mechanik, ausdem Kupfcrstechcn ziehen, muffen wirhier übergehen, ob sie gleich alleinhinlänglich wären, es schätzbar zumachen. Wir wollen blos von denWerken des Geschmaks reden, die da-her rühren. Alles was die zeichnen-den Künste hervorbringen, kann dieKupferstccherkunst im Kleinen nach-ahmen, und ohne großen Aufwandjedem Liebhaber der schönen Künstezum Genuß überlassen. Die Werkeder Baukunst, der Bildhauerei), desSteinschneiders und des Mahlcrs,die das größte Aufsehen in der Weltmachen, können wir durch Hülse derKupsersiecherkunstin unsere Cabinettcsammlen. Freylich geht vielen die-ser Werke dadurch, daß sie ins Klei-ne gezogen worden, etwas von ihrerKraft ab. Wenn man aber dagegenbedenket, mit was für Gemächlich-keit, und mit wie wcnigKosten mandie herrlichsten Werke dcrKunst durchdieWohlthat des Kupfcrstechens ha-ben kann, so erkennet man den vor-züglichen Werth dieser Kunst. Nurdurch sie kommen die beträchtlichsten

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Werke der großen Mahler, derenOriginale in den Pallästcn der Gros-sen verschlossen sind, in die Wohnun-gen der Bürger. Also erleichtert dieKupferstecherkunst ihren verwandtenKünsten die Nutzbarkeit, die von ih-nen zu erwarten steht.

Hicrnächst wird dem zeichnendenKünstler selbst das Studium derKunstdurch die Kupferstiche ungemein er-leichtert. Der Baumeister hat nichtnöthig in derWelt herumzureisen, umdie besten Werke der alten und neuenBaukunst zu sehen. Der Kupfersie-cher liefert sie ihm in sein Cabinet,wo er mit der größten Gemächlichkeitalles betrachten, ausmcssen und über-sehen kann. Eben diesen Vortheilkann auch der Mahler, in Absicht aufden größten Theil seiner Kunst, ausden Kupferstichen ziehen.

Die Erfindung dieser schätzbarenKunst ist nicht gar alt, und doch mitDunkelheit umgeben. Die Jtalianer,die, wie ehemals die Griechen, sichgern alle neue Erfindungen in denschönen Künsten zueigneten, geben ei-nen florcntinischcn Goldschmidt Ma-ss Linigucrra für den Erfinder der-selben aus, und setzen die Epoche derErfindung um das Jahr > 460. Abermir weit mehr Wahrscheinlichkeit eig-nen sich die Deutschen diesen Ruhmzu, ob sie gleich den Erfinder nichtmit gänzlicher Gewißheit nennenkönnen. Sie führen gegen das Vor-geben derJtalianer dierömischeAus-gabe der Erdbeschreibung des Clau-dius Ptolemäus vom Jahr 1478 an.Dieses Werk ist von einem Deutschen,der sich Nz^isirum a S^ve^nlleilnnennte, veranstaltet worden, und istmit Kupfcrplattcn gczieret. In derZueignungsschrift an den Pabst Six-ru-; V > sagt Magister Sweynheim,er habe die römischen Künstler ge-lehrt kupferne Platten zu druken *).H z Sehr

») (Zuemiäinoäum nbulis »eneis iwxri-merenrur eäocuic.