K u n
acorduetcr Künstler. Wenigstens istes in Frankreich so, wo diese Kunst<,»f das höchste gestiegen ist; undunsere deutsche Kupferstecher vom er-sten Range haben Ursache darüberverdrießlich zu seyn, daß der Man-gel an guten Kupferdrukern ihneneinen Thcil ihrer Kunst zernichtet,oder doch beschwerlich macht.
Der Küpferdruker muß eine guteKenntnis' der-Farbe und des Papiersbesitzen; muß das Einweichen dessel-ben, und die Handgriffe des Einrei-bens und Abrcibcns der Farbe,, unddes Drukens selbst vollkommen ver-stehen. Wo ihm eines dieser Stükefehlet, liefert er entweder schlechteAbdrüke, oder er verderbt in kurzemdie Platte. Das meiste kommt aufdie Farbe und das gute Ein- undAbreiben derselben an, damit nichtnur jeder Strich des Grabstichelsoder der Nadel, so fein er auch seynmag, sich richtig abdruke, sondernauch jeder im Abdruk die verhältmß-maßige Starke habe. Denn wennnicht alle Striche in dem Abdruk ge-rade so, wie in der Platte selbst sind,so ist das Kupfer nicht so, wie esnach der Absicht des Kupferstechersseyn sollte.
-H- -H-
Zu dem Abdrucken der Kupfer findensich, unter andern, Anweisungen in dem,bep dem Art. Aezkunjr (S. 65. -) an-geführten Werke des Abr. Bosse, so wiein bairkorne'z Are ok ArsvinZ snllLcclünZ. . bcincl. 1702. 12. und i»den Miscell. Artistischen Jnnhalts, vonHrn. Mcuscl, H. 15. S. >Z5.
Kupferplatte.
Vie kupferne Platte, aufwelche eineZeichnung geatzt oder gestochen wer-den soll, oder gestochen ist.
Man hat das gemeine Kupfer zumStechen gewählt, weil es nicht sokostbar als Silber, nicht so weich als
K u p »09
Zinn, und nicht so spröde und schiefe-richt als Mcßing ist. Allein es hatdoch die UnvoUkommenhcit, daß eSsich durch die Arbeit des Abdrukensstark abnutzet, so daß man nicht soviel Abdrüke von einerPlatte inachenkann, als man wünschte: die feine-sten Striche löschen sich aus, oderwerden doch zu schwach, nachdemwenige hundert Abdrüke gemachtworden. Vielleicht ließe sich eineVermischung machen, die, ohnespröde oder schiefricht zu seyn, mehrals das Kupfer aushalten könnte-Feines Kupfer mit sehr reinem Zinkvermischt, macht einen Tombak, deretwas harter ist als Kupfer, aberein eben so feines Korn hat. Es istzu bedauern, daß eine so schöneKunst der Unvollkommenheit unter-worfen ist, nur so wenig gute Ab-drüke von einer Arbeit zu liefern, dieeinen Künstler Jahre lang bcschaffti-get hat.
Man sucht zur Arbeit des Stechensund des Aetzcns das feineste Kupferaus, und laßt es lange hämmern,um es überall gleich feste zu machen.Die Dike der Platte richtet sich nachihrer Größe: wenn sie so ist, daß diefertige Platte, die etwa einen Fußlang und 9 bis loZoll breit ist, eineLinie oder den «ztcn Theil eines Zollsdik geblieben, fo scheint sie eine hin-längliche Dike zu haben.
Wenn die Platte lange gehämmertworden, so wird sie auf einem glat-ten Schleifstein geschlissen, bis sie ei-ne überall gerade Flachchat, in wel-cher weder Striche noch Vertief»»,gen des Hammers zu scheu sind.Wen» man damit fertig ist, so wirdsie noch einigemale mit Binisstcin,den man immer feiner nehmen muß,abgeschliffen, wodurch sie eine voll-kommenere Glatte bekommt.
Hiernächst wird sie zuerst mit fei-nen Holzkohlen noch eininal abge-schliffen, daß auch die feinesten Stri.che des Bimssteins verschwinden,
und