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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
108
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ohne besondere Zeichen nicht genughelfen würden, versichert. Der, demdie Kunstsprache geläufig ist, denkt,blos weil er außer den Begriffen der«fachen die Tone, der Worrer besitzt,lvcit bestimmter und ausführlicher au.alles, worauf er Achtung zu geben'hat. Die Kunstwörter dienest ihm-zur Bcurtheilnng, wie de», Redneridie rhetorischen Fächer (.Topica) zur« Erfindung dienen. Wem bcym Au-sschauen eines Gemähides gleich alle> nahlerifche Kunstwörter einfielen,-dessen Vcnrthcilnng würde eben dar-um« keine zum Gemähldc erforderliche«Eigenschaft cntgchen. Es ist kaumzp, glauben, wie viel uns sonst be-kannte Begriffe da, wo man sie-tl. ig hatte, uns entgehen, wenn derTl >n der Worte, wodurch sie bezeich-ne twcrden, uns nicht einfallt. Was,Wae die deutlichen Begriffe, blos imVerstände liegt, verschwindet wiecur leichter Nebel, wenn es nicht anira end einen der äußern Sinne ange-hängt wird. Der gemeine Mann,der ein Gebäude betrachtet, sieht anden selben gerade dicTheile, die demKenner der Baukunst in die Augenfall :n. Aber alles was er sieht, fließtin d em Kopfe des Unwissenden in ei-nen unförmlichen Klumpen zusam-men-: er kann nichts davon beschrei-ben und also auch nichts beurtheilen,da d er Kenner vermittelst der Kunst-wffc-ler alle diese Begriffe von einan-der a bgesondert sieht, und folglich dasGab urdc seiner Beurtheilung unter-werfen kann.

Es wäre demnach zur Ausbreitungder Kenntniß der Kunst allerdingsseh>- gut, daß die Kunstwörter all-mal)lig, aber ja nicht ohne die Be-griffe, deren Zeichen sie sind, in diegenieine Sprache übergetragen wür-den- Und der würde gewiß ein nütz-liches Werf thuu, der ein Wörteö-l uch aller zu den schönen Künsten ge-hörigen Wörter, mit richtiger Be-

K u n

stiuimung ihrer Bedeutung Heraus-gabe.

Für die Kenutniß und Theorie derKünste selbst bleibet in Absicht aufdie Kunstwörter noch die wichtigeArbeit übrig, daß man ihre Bedeu-tung allgemeiner, oder, wie man inder Metaphysik spricht, lransccn-dem, mache. Die Künste sind imGrund einerlei), behandeln ähnlicheGegenstände, und durch ähnlicheMittel. Keine Kunst hat Regeln,oder Maximen, davon das Allgemei-ne nicht auch in andern Künsten vor-komme. Die Sprache hat ihre Zeich-nung. ihr Eolorit, ihr Helldunkeles,ihre Gruppirungen, wie die Mahle-rey. Nur sind diese Dinge in einerKunst eher zu bemerken, als in einerandern. Daher entstehen Kunstwör-ter, die man anfänglich nur in ei-nem Zweige der Kunst braucht. ZurVollkommenheit der Theorie der Kün-ste ist nöthig, daß man jede beson-ders kenne, und das Verfahren dereinen in die andre herübertrage.

^Irenuz iicHlcer^ yolclc c>pem.

Alsdenn werden die, sonst einzelnKünsten eigene Kunstwörter allge-mein gemacht.

K u p fe r d r u k e r.

Äie Kupfcrstecherkunst verdienet we-gen ihres ausgebreiteten Nutzens,auch in den klcinesten Nebenzweigen,zur Vollkommenheit gebracht zu wer-den. Der Kupferstecher hat dasSei.»ige gethan, wenn er feine Plattevöllig ausgearbeitet hat; aber einbeträchtlicher Theil feiner Arbeit gehtverloren, wenn dieselbe nicht gutabgedrukt, oder gar durch ungcschik-te Behandlung bald verdorben wird.Es gehören wieder andre Geschiklich-keiten und Sorgen zu diesem Abdru-ken; darum ist der Kupfcrdrukcr einbesonderer, dem Kupferstecher unter-

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