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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
17
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K i r

scheu Geschmaks. Runde, nicht all.zuhohc Thürme, mit Cupeln bcdekt,stehen am besten.

Schon die Griechen hielten in denschönsten Zeilen der Baukunst, die jo-nischc Ordnung für die schiklichste zuden Tempeln ihrer Götter H, und sieist es auch für unsre Kirchen. Wirwollen die dorische Ordnung dazunicht ganz verwerfen. Nur daß kei-nem Baumeister die ungereimte Pe-danterc!) dabei) einfalle, dicMetopcndes Frieses nach antiker Art, mitOpftrgefaßcn und Hirnschadeln vonOpferrhiercn zu verzieren. Was sichfür einen heidnischen Tempel schikte,kann darum nicht an einer Kirchestehen.

Billig sollten alle Kirchen aufganzfrcye Platze gefetzt scyn. Nur dieKlosterkirchen leiden eine Ausnahme,welche nothwendig mit den Klösternmüssen verbunden werden. Aber ausden Kirchhöfen Begräbnisplätze zumachen, ist ein Mißbrauch, 'überden schon lange geschrien wird. ZuMonumenten für Verstorbene könn-ten sie noch dienen, nur nicht zumBegräbnis selbst.

Die größte, schönste und prach-tigste Kirche der Welt ist wol die Pe-terskirchc in Rom, und nach dieserdie Paulskirche in London. Beydegehören unter die größten Werke derBaukunst, die jemals unternommenworden. Der Jesuit Donanni hatciue eigene Geschichte der Peterskir-che geschrieben *>-). Um denjenigenLesern, die selbst nicht an die Quel-len der Kunstnachrichten kommenkönnen, einigen Begriff von diesemmerkwürdigen Gebäude zu geben,führen wir folgendes davon an:

Das Ganze dieses erstaunlichenWerks besteht ans der Kirche selbst,und dem damit verbundenen ovalenVorhof, der 400 Schritte lang,") S. Jonisch.

»») Hiltoris remxli V-uic-mi, Itoinne1700. Ivl.

Dritter Theil.

-K i r l?

und >8o breit ist. Diesen Vorhofschließen zwcy bedckte'Säulengangeein, an denen z 20 Säulen stehen.Das Dach über die Heyden Säulen-gänge ist stach, und mit 86 Statuender Heiligen, in mehr als doppelterLebensgröße, besetzt. Mitten in demVorhof, dem Hanptcingange der Kir-che gegenüber, steht der berühmteGbeliscus des Scsosrris, den ehe-mals der Kaiser Caligula aus Ae-gypten nach Rom bringen, und denin den neuern Zeiten der Pabsi Six-tus V. durch den berühmten Baumci.ster Lomana in diesen Vorhof hat se-tzen lassen *). Dieser Obelisk ist vonGranit aus einem Stük, 8^ F"ßhoch, ohne das Postament, das ansich 32 Fuß hoch ist»).

Die Kirche selbst ist ins Kreuz ge-baut; ihre Lange, die Dike der Mau-ren mit eingerechnet, beträgt 970römische Palmen, oder 566^ pariserFuß. Die Breite des Gewölbesüber das Schiff ist 12z Palmen; unddie ganze Breite eines Flügels derKirche, mit der Dike der Maurenq>4 Palmen, lieber die Mitte er-hebt sich eine prächtige Cupel, dievon M. Angelo angegeben, unddurch die Baumeister della Porraund Fontaua ausgeführt worden.Am Haupteingange ist eine Halle,deren Länge zig, die Breite 60 Pal-men ist.

Den Anfang zu diesem Gebäudemachte Julius ll. unter dem Bau- -meistcr Dramame. Nachher habendie größten Meister der Kunst, M.Angelo, Jul. Gangallo, Giocondo,Raphael, Daroxxi, Dernini u a.ihre Kunst daran gezeigct. Fontana,der ein eigenes Werk über diese Kir-che geschrieben hat, schätzet, daß es

zu

Die Beschreibung des Schiffes, aufdem er nach Rem gebracht morden,kann man bc»m plnnus, ttilt. ia-c.I.. XVI. c. 40. lesen.

») S. Erklärung>eincr ägyptischen Spi«-

säule zu Rom . .. Beel. 1768.8.

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