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Calabozo und nahmen ihren Weg nach Süden. Je weitersie vorrückten, desto staubiger und kahler wurde die Gegend.Die Palmen-Bäume verschwanden nach und nach. Voneilf Uhr Morgens bis Sonnenuntergang stand das Ther-mometer auf 95°. Wiewohl die Lust in der Höhe vonacht bis zehn Fuß ruhig war, wurde doch der Bodendurch kleine Luftströmungen gefegt, welche Staubwolken er-regten. Gegen vier Uhr Nachmittags bemerkten sie in derSavanne ein junges Indianisches Mädchen von zwölfbis drcizcbu Jahren, welches ganz nackt war, von Mattig-keit und Durst erschöpft auf dem Rücken lag und Naseund Mund mtt Staub augefüllt batte. Ihr Athcm warschnarchend, und sie war nicht im Stande, auf die an siegerichteten Fragen zu antworten. Glücklicherweise hatteman ein Maultbicr mit Wasser beladen; man wusch ihrsogleich das Gesicht und brachte sie dergestalt wieder aufdie Beine. Anfangs fürchtete sie lieh, aber mit der Zeitfaßte sie Muth und sprach mit den Führern. Da mansie nicht dazu vermögen konnte, eins der Lastlbicre zu be-steigen, oder nach Urituco zurückzukehren, so versah mansie mit einigem Wasser, und bald war sie von ihren Ret-tern durch eine Staubwolke geschieden.
In der Nacht gingen sie durch den Rio Urituco,welcher von Lrocoditlcn wimmelt, die wegen ihrer Wildheitberüchtigt sind, wiewohl man von denen im Rio Tisnao,der gar nicht weit davon entfernt ist, nicht das Geringstezu fürchten hat. Man zeigte ihnen eine Hütte oderSchuppen, worin ihr Wirth zu Calabozo eine merkwürdigeSccue erlebt hatte; als er sich nehmtich auf einer mitLeder überzogenen Bank schlafen gelegt, erweckte ihn mitdem frühsten Morgen eine heftige Erschütterung, begleitetvon einem fürchterlichen Lärm. Gleich darauf fährt eindrei bis vier Fuß langer Alligator unter der Lagerstättehervor, schießt auf einen an der Schwelle liegenden HundloS, und läuft, da er diesen verfehlt, nach dem Flusse. Alsmau die Stelle, wo die Bank stand, untersuchte, fand