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Eine sorgfältige Untersuchung überzeugte Humboldt, daß ineiner sehr frühen Zeit das ganze Thal von den Bergenvon Cocuyza bis zu denen von Torito und Nirgua, undvon der Sierra von Mariara bis zu der von Guigne,Guacimo und la Palma mit Wasser angefüllt war, TieGestalt der Vorgebirge und ihre jähen, schroffen Abhängeverrathen die Ufer eines Alpcnsccs. Dieselben kleinen Mu-scheln hiltelieites und Valvutue), die heutiges TageS imSee von Valencia vorkommen, werden in drei bis vier Fußdicken Schichten im Herzen des. Landes bis Turmero undla Eoucession in der Nähe von Victoria gefunden.
Diese angeführten Thatsachen beweisen ein Entweichendes Wassers; allein es ist kein Beweis vorhanden, daß inneuerer Zeit eine beträchtliche Veränderung darin statt ge-funden habe, wiewohl während der dreißig Jahre vor Hum-boldts Besuch, das allmäligc Austrocknen dieses großen Vel-kens allgemeine Aufmerksamkeit erregt hatte. Dieser Um-stand hängt jedoch nicht von unterirdischen Canalcn ab,wie Einige vcrmuthen, sondern von den Wirkungen derVerdunstung, die durch die Veränderungen, welche die Ober-fläche der Erde erlitten hat, noch vermehrt worden sind.
Wälder, welche den Boden gegen den directen Ein-fluß der Sonueustrahlen schützen, vermindern das Entwei-chen der Feuchtigkeit; mithin werden die Quellen, durchdas unvorsichtige Ausrotten der Wälder seltener oder versie-chen gänzlich.
Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts, warendie Berge, von welchen die Thäler Aragua umgeben sind,mit Waldungen bedeckt, und auf den Ebenen standen Tik-kichte, ans welchen hier und da hohe Bäume hervorragten.
Mit dem Vorschrciten der Cultur fing die Waldwege-tation an zu leiden; und da die Verdunstung in diesemTistricte über die Maßen stark ist, so waren die kleinenBäche i» dem tiefer gelegenen Theil ihres Bettes eine ge-raume Zeit des Jahres hindurch wasserlcer. Da nun dasLand, welches den See nmgiebt, flach und eben ist, so be-